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Ukraine: Kraftwerk in Dnipro beschädigt

Strom- und Wasserversorgung in Teilen der Stadt unterbrochen
Strom- und Wasserversorgung in Teilen der Stadt unterbrochen ©APA/AFP
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge die Stadt Dnipro in der Zentralukraine mit einer Rakete und mehreren Drohnen angegriffen. Dabei seien ein Kraftwerk beschädigt und die Wasserversorgung teilweise unterbrochen worden, berichteten ukrainische Behörden und Medien am Dienstag. Die Geschosse seien aus dem Süden, Osten und Norden auf die Stadt mit knapp einer Million Einwohnern zugeflogen, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. 16 der 23 Drohnen seien abgefangen worden.

Der größte private Energieversorger der Ukraine, DTEK, teilte mit, ein Wärmekraftwerk sei erheblich beschädigt worden. Es habe keine Verletzten gegeben, hieß es weiter. Um welches Kraftwerk es sich konkret handelte, teilte DTEK nicht mit. Aber das Wasserversorgungsunternehmen von Dnipro teilte auf Telegramm mit, dass die Wasserversorgung aufgrund von Stromausfällen teilweise eingestellt worden sei.

Der Gouverneur der Region, Serhij Lysak, sagte, dass die Energieinfrastruktur getroffen worden sei, nannte aber keine weiteren Einzelheiten. Zehn Drohnen seien über der Stadt zerstört worden. Die Stromversorgung der betroffenen Häuser sei wieder hergestellt. Reuters war nicht in der Lage, die Berichte unabhängig zu verifizieren. Das russische Verteidigungsministerium reagierte nicht sofort auf eine Anfrage nach einer Stellungnahme.

Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in den letzten Monaten ihre Luftangriffe abseits der Frontlinie verstärkt und zielen auf die kritische Energie-, Militär- und Verkehrsinfrastruktur des jeweils anderen Landes ab. Im Krieg gegen Russland ist die Ukraine auf Hilfen aus dem Ausland angewiesen. In den USA hängen milliardenschwere Militärhilfen jedoch derzeit im Kongress fest. Der Senat wollte im Laufe des Tages darüber abstimmen. Die ebenfalls nötige Zustimmung des Repräsentantenhauses als zweiter Kammer des US-Kongresses ist allerdings unsicher.

Unterdessen ging die Debatte über den Internetdienst Starlink weiter. Die Ukraine wirft arabischen Ländern vor, die Lieferung militärisch wichtiger Ausrüstung für die Nutzung des US-Internetdienstes Starlink nach Russland zuzulassen. "Die Starlink-Terminals kaufen die Besatzer in den arabischen Ländern", schrieb der ukrainische Militärgeheimdienst HUR am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal unter Berufung auf abgehörte Gespräche russischer Soldaten.

Das von dem Milliardär Elon Musk betriebene Satellitennetzwerk Starlink bietet Internetzugang und wird von der Ukraine auch zur Steuerung von Waffensystemen bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion genutzt. Diese Kommunikation galt als einer der wenigen Vorteile, die Kiew gegenüber der hochgerüsteten russischen Armee im Krieg hatte.

Vergangene Woche teilte der ukrainische Militärgeheimdienst allerdings mit, dass die Internetverbindung inzwischen auch vom russischen Militär im Frontgebiet genutzt werde. Offizielle Lieferungen des Geräts haben sowohl SpaceX als auch der Kreml inzwischen dementiert. "SpaceX hat Starlink in Russland nie verkauft oder vermarktet und hat auch keine Ausrüstung an Standorte in Russland geliefert", teilte das Unternehmen am vergangenen Donnerstag auf der Plattform X (früher Twitter) mit. Sollte SpaceX von Fällen erfahren, in denen Starlink-Terminals ohne Erlaubnis genutzt würden, werde die Firma dies prüfen und das Terminal gegebenenfalls abschalten, hieß es weiter. Kremlsprecher erklärte unterdessen, Starlink sei in Russland nicht zertifiziert und könne daher nicht angewendet werden.

Es gehe nicht um offizielle Lieferungen, sondern um Schmuggel, beharrt hingegen Kiew und hat nun seinen dahin gehenden Vorwürfe konkretisiert. "Den Worten eines der Besatzer zufolge "bringen die Araber alles: Kabel, WiFi, Router", und die Kosten eines Starlink-Geräts belaufen sich auf 200.000 Rubel" (etwa 2.000 Euro), teilte der HUR mit. Ähnliche Vorwürfe waren zuvor schon in US-Medien aufgetaucht, wobei die Hafenstadt Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Umschlagplatz genannt wurde.

(APA/Reuters/dpa)

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