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Ukraine: Selenskyj will obersten Armeechef austauschen

Zerstörtes Gebäude in der Region Kiew
Zerstörtes Gebäude in der Region Kiew ©APA/AFP
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will einem Zeitungsbericht zufolge den Oberbefehlshaber der ukrainischen Armee austauschen. Selenskyj habe Walerij Saluschny am Montag eine andere Aufgabe angeboten, doch der General habe abgelehnt, berichtet die "Financial Times" unter Berufung auf vier mit der Angelegenheit vertrauten Personen. Bei russischem Beschuss in verschiedenen Regionen der Ukraine kamen nach ukrainischen Angaben vom Dienstag mehrere Menschen ums Leben.

Im Norden der Ukraine seien in zwei Dörfern der Region Sumy nahe der russischen Grenze vier Menschen getötet worden, teilte die örtliche Verwaltung der Region Sumy in der Nacht auf Dienstag mit. Im ostukrainischen Awdijiwka, nahe der Frontlinie, starb nach Angaben des staatlichen Radiosenders Suspilne eine Frau.

Sie war am Nachmittag bei einem Beschuss schwer verletzt worden. Beamte in der Region Sumy berichteten von täglichen Angriffen der russischen Streitkräfte. Der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte teilte mit, dass die ukrainischen Streitkräfte in den vergangenen 24 Stunden 13 russische Angriffe in und um Awdijiwka abgewehrt hätten.

Die Ukraine meldete, Russland habe insgesamt mit 35 Drohnen und zwei Lenkraketen angegriffen, die vor allem auf Energie- und Militäranlagen in der Nähe der Front und in anderen Regionen gerichtet gewesen seien, wie die Luftwaffe mitteilte. Die Luftabwehr habe 15 Drohnen zerstört.

Die russische Luftabwehr erklärte ihrerseits, in der Nacht auf Dienstag ukrainische Drohnenangriffe auf die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim und vier weitere Regionen abgewehrt worden. 21 ukrainische Drohnen seien insgesamt abgeschossen worden, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Betroffen waren neben der Krim den Angaben zufolge auch die Regionen Belgorod, Brjansk, Kaluga und Tula. Allein über der Schwarzmeerhalbinsel Krim seien 11 Drohnen abgefangen worden. Über Schäden oder Verletzte gab es keine Angaben.

Unabhängig überprüfbar waren diese Angaben nicht. In vielen Fällen erweist sich hinterher, dass der ukrainische Beschuss doch Schäden angerichtet hat, über die offiziell nicht berichtet wird. Für die russische Armee ist die Krim Aufmarschgebiet im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Über die Halbinsel läuft der Nachschub an Soldaten, Waffen und Munition. Deshalb bemüht sich die Ukraine, russische Militärziele auf der Krim zu zerstören. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj strebt eine Rückeroberung der Halbinsel an.

Russland führt seit fast zwei Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland Ukraine. Bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion beschießt die Ukraine auch immer wieder russisches Staatsgebiet - sowohl in der Grenzregion als auch im Hinterland. Opferzahlen und Schäden stehen dabei allerdings in keinem Verhältnis zu den schweren Kriegsfolgen in der Ukraine.

(APA/Reuters/dpa)

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