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Über 600 Demonstrierende aus Gefängnis in Myanmar entlassen

Proteste in Yangon nach Militärputsch
Proteste in Yangon nach Militärputsch ©APA (AFP)
Die Militärjunta in Myanmar hat am Mittwoch mehr als 600 festgenommene Demonstrierende freigelassen. Das teilte das staatliche Fernsehen mit. Es handle sich überwiegend um Studierende, die zuvor in Polizeistationen und Gefängnissen festgehalten worden seien, berichteten lokale Medien. Der Grund für den Schritt war zunächst nicht bekannt. Indes wurden am Mittwoch die täglichen Massenproteste ausgesetzt. Zahlreiche Menschen nahmen stattdessen an einem stillen Streik teil.

Die freigelassenen Studierenden hatten sich an den Protesten gegen den Militärputsch von Anfang Februar beteiligt. Auf Fotos war zu sehen, wie sie in Bussen saßen und von Menschen am Straßenrand gefeiert wurden. Auch ein im vergangenen Monat inhaftierter Journalist der amerikanischen Nachrichtenagentur AP kam wieder frei.

Jüngsten Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP zufolge sind seit dem Umsturz mindestens 275 Menschen getötet worden, mehr als 2.800 wurden zumindest vorübergehend festgenommen. Seit Wochen reagieren Polizei und Militär mit massiver Gewalt auf jeden Widerstand.

Am Mittwoch reagierten zahlreiche Menschen mit einem "Silent Strike" (stiller Streik) auf die Gewalt und auf Versuche der Junta, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen, auch die Straßen waren selbst in der größten Stadt Yangon weitgehend leer.

Am Dienstag waren allein in Mandalay im Norden des Landes mindestens fünf Menschen erschossen worden, darunter ein sieben Jahre altes Mädchen, das auf dem Schoß seines Vaters gesessen habe, sagte ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur. Ein Soldat habe im Stadtteil Chanmyathazi auf den Vater gezielt, aber das Kind am Bauch getroffen, schrieb das Nachrichtenportal "Myanmar Now".

Die UNO zeigten sich in New York "zutiefst besorgt über die anhaltende Gewalt gegen Kinder" und forderten, das Leben junger Menschen zu schützen. Nach Schätzungen des Kinderhilfswerks Unicef sollen seit dem Putsch mindestens 23 Kinder getötet und elf weitere schwer verletzt worden sein.

Asiens oberste Vertreter der katholischen Kirche riefen in einem eindringlichen Appell zu Frieden in Myanmar auf. "Wir, die Kardinäle von Asien, schließen uns den flammenden Aufrufen an das Militär, die Politiker, die Demonstranten, alle religiösen Führer und die Kirche an: Frieden, Frieden, Frieden." Dieser sei möglich und notwendig, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichen Aufruf der Kardinäle laut Kathpress.

(APA/dpa)

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