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Über 500 Tote nach Fabrik-Einsturz in Bangladesch

Die Zahl der Toten nach dem Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch ist auf mehr als 500 gestiegen. Bisher sind nach offiziellen Angaben 509 Leichen aus den Trümmern des einst achtstöckigen Fabrik- und Geschäftsgebäudes im Industriegebiet Savar vor den Toren der Hauptstadt Dhaka geborgen worden. Die Suche im Schuttberg soll fortgesetzt werden, bis der letzte Mensch gefunden worden ist.
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Nach Informationen der Zeitung “Daily Star” aus Bangladesch räumte der Besitzer des Hauses, Sohel Rana, bei der Polizeibefragung ein, die oberen Etagen des achtstöckigen Hauses ohne Genehmigung errichtet zu haben. Auch sei ein neuntes Stockwerk gerade im Bau gewesen.

Rana und sein Vater hätten außerdem weder das Material noch den Bau überprüft, schrieb die Zeitung weiter. Weiters sei ein Ingenieur festgenommen worden, der nach dem Auftreten von Rissen am Tag vor dem Einsturz gesagt haben soll, das Gebäude sei sicher.

Auch neun Tage nach dem Unglück warteten noch Dutzende Menschen mit Fotos von Vermissten am Rande der Unglücksstelle auf die Bergung ihrer Angehörigen. Am Mittwoch hatte eine von der Polizei erstellte Vermisstenliste 149 Namen umfasst, eine aktuelle Zahl war nicht verfügbar.

Bangladeschs Verband der Textilproduzenten und -exporteure versprach, möglichst schnell eine Liste der Arbeiter zu erstellen, die am Unglückstag in dem Gebäude waren. 2.437 Menschen überlebten die Katastrophe im “Rana Plaza”, die als das schlimmste Fabrikunglück in der Geschichte in dem Land gilt.

Die “Clean Clothes Kampagne” erneuerte unterdessen ihre Kritik an den Produktionsbedingungen von Textilien für internationale Konzerne in Bangladesch. “Auch für den am österreichischen Markt wichtige Firmen wie Benetton, Mango und Primark ließen in den Fabriken produzieren”, teilte die Initiative mit. Es sollten schnellstens Unterstützungsmaßnahmen sowie verbindliche Brand- und Gebäudeschutzvorschriften ausgehandelt werden.

Wie lange die Räumung der Trümmer mit schwerem Gerät noch dauern könnte, war am Freitag noch nicht abzuschätzen. Der Präsident von Bangladesch, Abdul Hamid, fuhr zur Unglücksstelle und besuchte Überlebende im Krankenhaus.

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