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Über der Grenze aushelfen

Das Rote Kreuz aus grenznahen Ortsstellen (z.B. Bregenz) wird aller Voraussicht nach in Zukunft öfter als bisher den bayerischen Kollegen aushelfen müssen.

Wie in Lindau im Bodensee sind auch den Rettungsabteilungen in anderen bayerischen Landkreisen aus Kostengründen Fahrzeuge und Personalstunden gestrichen worden. Nachbarschaftshilfe auf Gegenseitigkeit, heißt es beim Roten Kreuz in Bregenz, sei jedoch selbstverständlich.

Schon bisher sind Bregenzer Rettungswagen in den angrenzenden bayerischen Landkreis Lindau ausgerückt, wenn buchstäblich Not am Manne war. Obwohl die Organisationsstruktur beim Bayerischen Roten Kreuz anders ist als in Österreich, ähneln sich die Ursachen für Engpässe: „Wenn zu wenig Kapazität frei ist, dann muss ein Rettungsfahrzeug für Krankentransporte eingesetzt werden“, erklärt man bei der zuständigen Rettungsleitstelle in Kempten: „Wenn dann gerade etwas passiert …“. Dieser Fall droht in Zukunft öfter als bisher einzutreten. „Es hat bei der so genannten Vorhalteleistung seit dem 1. Jänner Kürzungen gegeben“, bestätigt Michael Fischer, Kreisgeschäftsführer des Roten Kreuzes Lindau der APA gegenüber: „Konkret sind das 2.500 Betriebsstunden oder hochgerechnet rund 5.000 Personalstunden pro Jahr. Uns macht das keinen Spaß!“

Den Lindauern steht seit Jahresbeginn ein Fahrzeug weniger zur Verfügung. Im Notfall wird deshalb um Hilfe aus der Vorarlberger Nachbarschaft gerufen. Die Zusammenarbeit über die Grenze hinweg funktionierte bisher klaglos und das gelte in beide Richtungen, sagt Heiner Klettl vom Roten Kreuz Bregenz: „Beispielsweise bei einem Unfall im Pfändertunnel werden die Lindauer Kollegen automatisch alarmiert. Denn sie können von Norden her in den Tunnel, wir nur von Süden.“ Das selbe gelte auch für den Abschnitt der A 14 zwischen Pfändertunnel und Staatsgrenze.

Grund für die Einschränkungen in Bayern ist ein Gutachten des Münchner Innenministeriums, das Sparpotenziale aufzeigte und seit Jahresbeginn umgesetzt wird. Während das Rote Kreuz in Österreich als Verein geführt wird, ist es in Deutschland eine eigene Körperschaft und steht in größerer Abhängigkeit von der Politik als bei uns. Die Einsparungen betreffen demnach praktisch auch alle Landkreise. Finanzielle Auswirkungen für das Österreichische Rote Kreuz sollen die zu erwartenden zusätzlichen Dienste über der Grenze nicht haben, so Klettl: „Wie bisher wird uns der Aufwand von den deutschen Sozialversicherungsträgern voll abgegolten.“

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