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Türkei beendet Einsatz gegen militante Kurden in Diyarbakir

Monatelanger Einsatz der türkischen Armee in der Krisenregion
Monatelanger Einsatz der türkischen Armee in der Krisenregion
In der Türkei hat das Militär nach Angaben aus Sicherheitskreisen seinen monatelangen Einsatz gegen militante Kurden in Diyarbakir beendet. Allerdings gebe es noch Durchsuchungen im Bezirk Sur in der im Südosten gelegenen Stadt, hieß es am Mittwoch in den Kreisen.


Am 2. Dezember hatten die Behörden eine Ausgangssperre über Sur verhängt. Seitdem gingen Sicherheitskräfte dort gegen Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) vor. Nach Angaben der Streitkräfte wurden in den Gefechten mehr als 270 Militante getötet.

Sur, das für seine Stadtmauer aus römischer Zeit bekannt ist, wurde schwer beschädigt. Dort lieferten sich PKK-Kämpfer und Sicherheitskräfte mit die heftigsten Gefechte. Im Juli war die zwei Jahre dauernde Waffenruhe aufgekündigt worden, der Friedensprozess kam zum Erliegen.

Auch in anderen Regionen des überwiegend von Kurden bewohnten Südostens der Türkei hat das Militär seine Einsätze gegen die PKK für beendet erklärt. Dazu gehört auch die Stadt Idil an der Grenze zu Syrien, wo nach Militärangaben in nur drei Wochen rund 120 PKK-Kämpfer getötet wurden. Am Mittwoch schossen nach Angaben der örtlichen Regierung in Yüksekova an der türkisch-iranischen Grenze Militante auf Sicherheitskräfte. Ein Zivilist sei getötet, ein anderer verletzt worden.

In dem 1984 begonnenen Kampf der PKK um Autonomie wurden mehr als 40.000 Menschen getötet. Die türkische Regierung, die USA und die EU stufen die PKK als Terrororganisation ein.

Rund eine Woche nach Ende der Ausgangssperre in Cizre forderten unterdessen Menschenrechtler eine umfassende Aufklärung zu den Todesopfern. Es bestehe der Verdacht, dass viele Zivilisten in Kellern gestorben seien, in denen sie zuvor eingeschlossen waren, heißt es in einem Bericht der Menschenrechtlerin und Gerichtsmedizinerin Sebnem Korur Fincanci, der der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. Fincanci hatte Cizre zuvor mit einer Delegation des Menschenrechtsvereins (IHD) und der Menschenrechtsstiftung der Türkei (TIHV) besucht.

In einem Keller habe die Delegation verbrannte Menschenknochen gefunden, darunter einen Unterkiefer, bei dem es sich um den Knochen eines zehn- bis zwölfjährigen Kindes handeln könnte. Außerdem sei Schutt aus dem Sperrgebiet mit Körperteilen in den an Cizre grenzenden Fluss Tigris geschüttet worden.

Die Behörden hatten eine seit Mitte Dezember geltende Ausgangssperre in Cizre am 1. März aufgehoben. Die Armee geht seit mehr als drei Monaten in einem Großeinsatz gegen die PKK im Südosten des Landes vor.

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