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Tätigkeitsbericht 07 des Kinder-und Jugendanwalts

Bregenz - Vorarlbergs Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch stellt einen ständig steigenden Druck auf die Familien fest. Präsentation des Tätigkeitsberichts  

Bei der Präsentation des Tätigkeitsberichts für das Jahr 2007 am Freitag forderte Rauch das Land deshalb auf, die ambulanten Familiendienste mit sechs bis acht Personen zu verstärken und dafür das Budget der Familiendienste um 750.000 Euro aufzustocken. Kein Verständnis zeigte Rauch dafür, dass derzeit über 30 Kinder keinen Platz in einer stationären Einrichtung in Vorarlberg finden und deshalb in Süddeutschland untergebracht werden müssen.

Es gebe eine zunehmende Anzahl von Familien, die mit der Lebenssituation nicht mehr zurecht kommen und Unterstützung benötigen, sagte Rauch. In Vorarlberg müsse im Durchschnitt pro Woche ein Kind zum eigenen Schutz von der Jugendwohlfahrt aus der Familie herausgenommen werden.

Dass derzeit mehr als 30 Kinder keinen Platz in einer Vorarlberger Einrichtung finden und stattdessen in Süddeutschland untergebracht sind, wurde vom Kinder- und Jugendanwalt kritisiert. “Für zwei Drittel der Kinder ist das eine Maßnahme, die sich nicht am maximalen Kindeswohl orientiert”, so Rauch. Er hätte sich eine “frühere Reaktion des Landes, Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen”, gewünscht. “Es ist zu wenig Bereitschaft da, sich in das Kind hineinzuversetzen”, bemängelte Rauch. Die Kultur in Süddeutschland sei eine andere als in Vorarlberg, ebenso gebe es unterschiedliche Schulsysteme.

Anerkennung gab es von Rauch dafür, dass das Land die Jugendwohlfahrtsabteilungen der Bezirkshauptmannschaften um jeweils eine Person erweitert hat. Auf diese Notwendigkeit habe er vor drei Jahren hingewiesen, sagte Rauch.

Die vom Landtag beschlossene generelle Öffnung der Kindergärten für Dreijährige hieß Rauch gut. Das Credo der Vorarlberger Landesregierung, wonach in Sachen Kinderbetreeung einzig und allein die Eltern den Bedarf definieren, ließ er aber nicht gelten. “Es ist Aufgabe der Politik, den Bedarf aus der Perspektive der Kinder zu definieren”, sagte Rauch.

Vorarlbergs Kinder- und Jugendanwalt war im vergangenen Jahr mit insgesamt 420 Anfragen befasst. Wichtige Schwerpunktthemen waren unter anderen Trennungs- und Unterhaltsfragen.

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