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Tschernobyl: Ein Vorarlberger in der Todeszone

Eine Woche lang erkundete Christian Walser die Sperrzone.
Eine Woche lang erkundete Christian Walser die Sperrzone. ©Privat
Am 26. April 1986 ereignete sich in Tschernobyl die größte Atomkatastrophe Europas. Nur wenige Tage später kam Christian Walser auf die Welt. Diesen Sommer besuchte er die Sperrzone rund um das Atomkraftwerk.
Eindrücke aus der Sperrzone

Im Mai 1986 wurden über hunderttausend Menschen in einem 30-Kilometer-Radius rund um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl evakuiert. Aus florierenden Ortschaften wurden Geisterstädte. Menschenleer ist die Sperrzone 30 Jahre nach dem Unglück nicht mehr. An die 200 sogenannte Samosely sind nach der Evakuierung zurückgekehrt und leben bis heute innerhalb der Strahlenzone.

Sperrzone seit 2011 für Touristen offen

Und auch immer mehr Touristen wagen das Abenteuer Tschernobyl. Was früher nur illegal möglich war, ist seit 2011 auch auf legalem Wege machbar. Benötigt wird eine offizielle Genehmigung, um das von der ukrainischen Miliz bewachten Gelände betreten zu dürfen. Begleitet von offiziellen Tourenführern und mit Geigerzählern ausgestattet öffnet sich den Besuchern eine skurril-morbide Welt. So auch für den Bludenzer Christian Walser.

Eine Woche Tschernobyl

Drei Tage war er mit drei Freunden und dem Auto auf dem Weg in die Ukraine. Walser verbindet mit der Katastrophe auch etwas persönliches, ist er doch nur 10 Tage jünger als das Reaktorunglück. Sechs Tage lang waren sie in der Sperrzone unterwegs, waren in der Stadt und beim AKW Chernobyl, bei der ehemals geheimen Doga-Radaranlage und dem für das Computerspiel “Stalker” als Vorbild dienende Gebiet Korogod. Auch eine zweihundert Jahre alte Kirche stand auf dem Plan.

Besuch bei einer Rückkehrerin

“Was mich besonders beeindruckt hat, war der Besuch bei einer Rückkehrerin”, erzählt der Bludenzer. “Die Gastfreundlichkeit ist schier grenzenlos.” Bei der sonstigen Ortwahl achtete Walser und seine Begleiter nicht zuletzt auf die Strahlenbelastung. “Die beiden hauptsächlichen Falloutgebiete einmal westseitig (des AKW, Anmerk.) sowie ein weiterer Teil im Norden haben wir bewusst gemieden”, betont er. So habe man auch den berüchtigten Red Forest, ein durch die Strahlung abgestorbener Wald, aufgrund der auf längere Sicht immer noch gesundheitsschädlichen Strahlenbelastung bewusst ausgelassen.

Militär und Milizen omnipräsent

Der Konflikt im Osten der Ukraine habe sich nicht spürbar ausgewirkt. Armeepersonal sei jedoch omnipräsent, auch Mitglieder der als nationalistischen bis rechtsextrem eingestuften Milizen Asow und Prawyj Sektor habe er wahrgenommen. “Wir wurden überall mit Respekt und sehr viel Gastfreundlichkeit empfangen”, betont der Bludenzer.

Todeszone wird zum Publikumsmagnet

Bislang lockt die ehemalige Todeszone jährlich mehrere zehntausende Touristen in die Ukraine. Auf lange Sicht will man diese Zahlen jedoch gewaltig steigern. Laut Medienberichten spricht man von bis zu einer Million möglicher Besucher pro Jahr. Derzeit noch braucht es einige Vorbereitungen und Genehmigungen für den Besuch. “E
s ist nicht alltäglich, dass man die Chance bekommt, diese Orte ohne weiteres besuchen zu dürfen”, blickt Walser auf die ungewöhnliche Reise zurück.

Die Reise im Detail

Tag 1: Stadt Chernobyl, Chernobyl-2, Radaranlage Duga sowie die Orte Opachichi und Kupuvate

Tag 2: Rudnia-Veresnia, Ilovnitsa, Skazochhny und die Geisterstadt Pripyat

Tag 3: Chernobyl AKW, Teremtsi, Ladyzhychi, Paryshev (Feuerwehrstation)

Tag 4: Krasno (Kirche), Zymovysche, Kryva Gora, Starosillya, Koshivka

Tag 5: Kopachi, Kühlteich, Kühltürme von den unvollständigen Blöcken 5&6, Stara Krasnitsa, Nova Krasnitsa, Tovsty Lis (Przewalzky Pferde)

Tag 6: Korogod, Illyntsy, Rudnia-Illyinetska, Dibrova und Polisske

 

Mehr Bilder und Informationen zu seiner Reise veröffentlicht Walser in seinem eigenen Facebook-Blog

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