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Truppenaufmarsch im Grenzstreit Kambodscha-Thailand

Der Konflikt der südostasiatischen Nachbarstaaten Thailand und Kambodscha um einen historisch bedeutenden Tempel im umstrittenen Grenzgebiet eskaliert weiter. Die Streitkräfte beider Länder verdoppelten am Donnerstag ihre Truppen rund um die knapp fünf Quadratkilometer große Tempelanlage.
Thailand-Kambodscha-Konflikt 

Kambodscha habe die Zahl der Soldaten von 380 auf 800 erhöht, Thailand von 200 auf 400, erklärte der kambodschanische Brigadegeneral Chea Keo.

Die Verteidigungsminister der Nachbarstaaten sollen am Montag zu Gesprächen zusammenkommen, um über eine Lösung der Krise zu sprechen. Kambodscha warf den thailändischen Soldaten auch vor, die Grenze übertreten zu haben. Die Grenzlinie wurde jedoch nie exakt festgelegt. Auf thailändischer Seite kam es unterdessen zu gewaltsamen Zusammenstößen protestierender Nationalisten mit Dorfbewohnern. Dabei wurden nach Behördenangaben mindestens zehn Menschen verletzt. Die Anrainer hatten den Demonstranten zuvor den Weg blockiert, weil sie ein weiteres Anheizen des Konflikts verhindern wollten. Ministerpräsident Samak Sundaravej forderte in Bangkok zur Mäßigung auf und verurteilte das Schüren der Proteste durch nationalistische Gruppen.

Die Tempelanlage Preah Vihear aus dem 11. Jahrhundert liegt in einem Grenzgebiet, das der Internationale Gerichtshof in Den Haag 1962 Kambodscha zugesprochen hat. In Thailand wird diese Entscheidung jedoch nicht von allen akzeptiert. Kulturell gilt der Tempel wegen starker hinduistischer Einflüsse – ähnlich der Tempel in Angkor Wat – als kambodschanisch. Der seit Jahrzehnten friedlich schlummernde Konflikt gewann jüngst an Bedeutung, weil Phnom Penh die Aufnahme der Anlage in die UNESCO-Weltkulturerbeliste beantragte.

Der thailändische Außenminister Noppadon Pattama hatte den Antrag unterstützt, worauf ihm von Nationalisten Verrat an der Heimaterde vorgeworfen wurde. Er reichte Anfang Juli seinen Rücktritt ein. Kurz vor seiner Rücktrittserklärung hatte die Opposition im Oberhaus einen Antrag auf Amtsenthebung Noppadons eingebracht. Der Tempel wurde inzwischen in die Liste des Welterbes aufgenommen.

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