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Trumps künftige Außenpolitik: Liebesgrüße nach Moskau

Designierter US-Präsident machte aus Bewunderung für Russland nie einen Hehl.
Designierter US-Präsident machte aus Bewunderung für Russland nie einen Hehl. ©AP
Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau sind so frostig wie seit langem nicht mehr. Nun erwägen die USA laut Medienberichten gar Sanktionen gegen Russland. Der Grund sind mutmaßliche Hackerangriffe während des US-Wahlkampfs. Es wäre ein Paukenschlag zum Abschied des scheidenden Präsidenten Barack Obama.

Sein Nachfolger Donald Trump gilt dagegen als Kreml-freundlich und macht aus seiner Bewunderung für den russischen Präsidenten Wladimir Putin keinen Hehl. Russland übt seit Langem eine Faszination auf Trump aus. 2013 gastierte sein Schönheitswettbewerb Miss Universe in Moskau. Womöglich werde er dort Putin treffen, frohlockte er damals im Kurzbotschaftendienst Twitter. “Und falls ja, wird er mein neuer bester Freund?” Doch der von Trump bewunderte Kreml-Chef schickte damals nur einen engen Mitarbeiter und ein Geschenk.

Bewunderung für die starken Männer im Kreml

Das gescheiterte Treffen reihte sich ein in Trumps lange Liste von missglückten Versuchen, als Geschäftsmann in Russland Fuß zu fassen. Das Land begeisterte ihn nicht nur wegen der Hoffnung auf lukrative Immobiliengeschäfte, sondern er bewunderte auch die starken Männer im Kreml.

In seinem Buch “Die Kunst des Erfolgs” berichtete Trump, dass sein Interesse an der damaligen Sowjetunion 1986 nach einem Arbeitsessen mit dem sowjetischen Botschafter Juri Dubinin geweckt worden sei. Es habe sich herausgestellt, dass Dubinins Tochter Artikel über seinen Trump Tower in New York gelesen habe “und alles darüber wusste”. Eine neue Geschäftsidee war geboren: ein großes Luxushotel gegenüber des Kremls.

Mehrere Anläufe, um in Russland Fuß zu fassen

Im Jahr darauf reiste Trump nach Moskau, um mögliche Standorte für das Hotel zu besichtigen. Doch aus dem Geschäft wurde nichts. Denn in den kommenden Jahren machte Trump die Pleite seiner Casinos in Atlantic City zu schaffen. Erst 1997 unternahm er einen neuen Anlauf in Russland. Er nahm Kontakt auf zu dem aufstrebenden Politiker Alexander Lebed und schmiedete erneut Hotel-Pläne. Zwar wurde das Projekt auch nach einer weiteren Russlandreise des US-Milliardärs nicht umgesetzt, doch Trumps Begeisterung hielt an.

2005 startete Trump einen neuerlichen Anlauf in Moskau. Er unterzeichnete mit der New Yorker Bayrock-Gruppe, deren Geschäftsführer aus der Sowjetunion stammten, einen Vertrag für einen Trump Tower in der russischen Hauptstadt. Auch diese Pläne verliefen im Sande. “Russland ist einer der weltweiten Hotspots für Investitionen. Eines Tages werden wir in Moskau sein”, erklärte Trump damals.

“Ich mag Putin wirklich”

2007 sang er ein Loblied auf den russischen Präsidenten: “Ob man ihn mag oder nicht, er leistet großartige Arbeit, um das Image von Russland und das Land wieder aufzubauen.” In einem späteren Interview legte er nach: “Ich mag Wladimir Putin wirklich. Ich respektiere ihn. Er macht seinen Job gut, viel besser als unser (George W.) Bush.”

In einem 2011 erschienenen Buch lobt er Putins “Intelligenz und seine Geradlinigkeit”. Zwei Jahre später, als der Miss-Universe-Wettbewerb in Moskau gastierte, unterzeichnete Trump einen weiteren Vertrag für einen Trump Tower in der Nähe des Kremls. Auch dieses Vorhaben wurde nie umgesetzt.

“Er erteilt unserem Präsidenten eine Lehrstunde”

Doch an Trumps Wertschätzung für Russland und seinen Präsidenten änderte dies nichts. “Er erteilt unserem Präsidenten eine Lehrstunde. Niemals zuvor sah unser Land so schwach aus”, twitterte er im September 2013, nachdem der Kreml-Chef in der “New York Times” seine Syrien-Politik verteidigt hatte.

Auch im Wahlkampf plädierte Trump für eine Annäherung der USA an Russland. Vorwürfe gegen den Kreml etwa mit Blick auf die Ermordung kritischer Journalisten wies er stets zurück. “Es wurde nie bewiesen, dass er (Putin) jemanden umgebracht hat”, sagte Trump dem Sender ABC. Sein Wahlsieg wurde in Moskau mit Wohlwollen aufgenommen. Einem Treffen mit Putin steht nach Trumps Amtsantritt am 20. Jänner nichts im Wege.

(APA)

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