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Türkei: Wurde Öcalan vergiftet?

Die Türkei will Vorwürfen einer angeblichen Vergiftung des seit acht Jahren auf der Insel Imrali im Marmarameer in Einzelhaft einsitzenden PKK-Führers Abdullah Öcalan nachgehen.

Die Staatsanwaltschaft sei entsprechend angewiesen worden, teilte das Justizministerium laut türkischen Zeitungsberichten vom Freitag mit. Anwälte des 57-Jährigen hatten auf einer Pressekonferenz in Rom von „Anzeichen einer chronischen Vergiftung“ ihres Mandanten gesprochen. Ihren Angaben zufolge haben Haarproben Öcalans eine Konzentration der Elemente Strontium und Chrom ergeben, die deutlich über den Normalwerten liege.

Laut türkischem Justizministerium wird Öcalan in seiner Zelle auf der Insel Imrali im Marmarameer regelmäßig untersucht. Bis heute seien „keine ernsten Gesundheitsprobleme“ festgestellt worden. Die Behauptungen der Anwälte wertete das Ministerium als Versuch, erneut die internationale Aufmerksamkeit auf Öcalan zu lenken, nachdem das Ministerkomitee des Europarats beschlossen habe, dass keine Notwendigkeit für eine Neuverhandlung bestehe.

Öcalan, der in der Türkei als Chef der verbotenen bewaffneten Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) für einen 15-jährigen Guerillakrieg mit 35.000 Toten verantwortlich gemacht wird, war nach seiner Ergreifung 1999 zur Todesstrafe verurteilt worden. Diese wurde später in lebenslange Haft umgewandelt. Öcalan sitzt auf der Gefangeneninsel Imrali eine lebenslange Haftstrafe ab. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte empfahl der türkischen Justiz im Mai 2005 eine Neuauflage des ursprünglichen Prozesses, den sie für „ungerecht“ erklärte.

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