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"Traum vom irdischen Paradies"

Mainau - Leuchtende Farben, sinnliche Formen - das sind die Markenzeichen von Stefan Szczesny. Nun schafft er auf der Blumeninsel Mainau seinen "Traum vom irdischen Paradies".

Fröhlich und unverkrampft erscheinen die Werke des Allround-Künstlers, der in diesem Jahr auf der Blumeninsel Mainau einen „Traum vom irdischen Paradies“ verwirklichen will. Blumenbeetbilder, Keramiken, Skulpturen, Glasmalerei und eine sechs Meter hohe Vase vor dem Mainau-Schloss sollen den Besucher zu einem „Dialog mit der Natur“ anregen und einen neuen Blick auf die Schönheiten der Insel im Bodensee ermöglichen.

Die Idee zu dem Mammut-Projekt ist aus einer Zufallsbegegnung in einer SWR-TV-Talkshow über das Thema „Inselträume“ entstanden. Der international arbeitende Künstler mit Domizil auf der Prominenten-Karibik-Insel Mustique und Insel-Herrin Bettina Gräfin Bernadotte saßen gemeinsam im Studio.

Schon beim ersten Besuch zog die Mainau den 1951 in München geborenen Künstler in ihren Bann. „Die Mainau symbolisiert nördlich der Alpen die Sehnsucht nach dem Süden“, findet der Künstler, der mit seiner zweiten Frau Eva im südfranzösischen St. Tropez lebt. „Ich bin ein absolut mediterraner Mensch“, sagt Szczesny, der auch vom seinem Äußeren her als Südeuropäer durchgehen könnte. Da passte es gut, dass Szczesny ohnehin seine Beziehung zur Natur als roten Faden seines Werkes betrachtet. „Blumen und Pflanzen sind ein wesentlicher Bestandteil meiner Arbeit“, erläutert der Sohn des Publizisten und Verlegers Gerhard Szczesny (1918-2002).

Nach dem Studium an der Akademie der Schönen Künste in München war Szczesny Mitbegründer der „Jungen Wilden“, die Anfang der 1980er Jahre der intellektuellen, reduzierten Form eine Absage erteilten und sich der farbenfrohen, lebensbejahenden Malerei zuwandten. Zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland machten ihn bekannt. Als seine Vorbilder nennt er Henri Matisse und Pablo Picasso. Mit seinen dekorativen Werken erzeugt er beim Betrachter ein Wohlgefühl und trifft damit den Nerv der Zeit. Prominente wie Pierce Brosnan, Mick Jagger oder Top-Manager wie Thomas Middelhoff gehören zu seinen (Sammler-)Freunden. „Kunst hat die Aufgabe, an das Glück zu erinnern“, lautet das Credo des Vaters von sechs Kindern.

„Ein Wechselspiel von Kunst und Natur“ soll nun den Mainau-Besucher im Wandel der Jahreszeiten überraschen. Unter anderem werden Dutzende von „Schattenskulpturen“ die Insel bevölkern, Keramikgefäße die „Italienische Treppe“ und Mosaiken den Wasserlauf zieren, während am Eingang eine 138 Meter lange bemalte Glaswand den Besucher empfängt. Zwar hat Szczesny Erfahrung mit Großprojekten – auf der Expo 2000 in Hannover gestaltete er für die Umweltschutzorganisation World Wild Fund For Nature (WWF) die „Weltkarte des Lebens“ aus zwölf riesigen Keramikwandbildern.

Doch mit der 45 Hektar großen Mainau betritt auch er Neuland. Sponsoren wie Audi oder Zeppelin-Luftschifftechnik in Friedrichshafen unterstützen das Vorhaben. „Ohne ein solches Engagement wäre ein so groß dimensioniertes Projekt nicht zu verwirklichen“, sagt Szczesny.

Unerlässlich für das Projekt sind aber vor allem die Künste der Mainau-Gärtner. Auch sie jedoch haben es nicht allein in der Hand, was die Natur mit den Ideen des Künstlers macht. Das gilt besonders für die je nach Saison wechselnden Gemälde in den Blumenbeeten. Als erstes werden auf der Schlosswiese 72.000 Krokusse das Logo des Projekts wiedergeben – eine Vase mit bunten Blütenblättern und einer tanzenden Frau als Sinnbild der Lebensfreude. Die Mainau-Chefin ist zuversichtlich: „Wir vertrauen der Natur, dass sie mitspielt.“

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