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Traditionsschule feiert Jubiläum

Mit zahlreichen Programmpunkten und Highlights wird heuer das 125-jährige Bestehen des Bundesgymnasiums Dornbirn tüchtig gefeiert.

Die Realschulstraße erinnert noch an die frühere Bezeichnung der Schule. Gegründet wurde die Bildungsstätte 1878 als „Communal-Unterrealschule“. Bereits am „Tag der offenen Tür“ am 8. März dieses Jahres zeigten Schüler und Lehrer ihre ganz besonderen Talente zum Feiern. Dabei wurden auch 125 literarische Texte feierlich im Vorgarten der Schule vergraben und der „Schatz“ soll erst zur 150-Jahr-Feier wieder gehoben werden. Direktor Wolfgang Klocker erinnerte sich an seine vergangenen 25 Jahre am Bundesgymnasium und Germanisten-Senior Peter Fischer hatte dafür gesorgt, dass die Schüler ihre literarischen Fähigkeiten ordentlich ausleben konnten. Als Höhepunkt des Jubiläums wird am 30. Mai ein großer Festabend inszeniert, ein 125-km-Jubiläumslauf wird tapfer bestritten und die Schulchronik-Ausstellung ist noch bis Juni im ganzen BG zu bestaunen.

Realschule als Buch
Als Autor betätigte sich Wilhelm Stärk und schrieb die „Geschichte der Dornbirner Realschule“ erstmals als umfassende Gesamtdarstellung mit kritischer Beleuchtung. Im Gegensatz zu früheren Abhandlungen zur Schule ist das vorliegende Buch von Stärk bemüht, politische und gesellschaftliche Einflüsse auf das Schulleben deutlich zu machen. Der Autor versuchte eine umfassende und systematische Darstellung der Realschulgeschichte. Dabei ist die Einbindung der „Anstalt“ in einen größeren politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zusammenhang festzustellen.

Erste Matura
Auf die Gründung der zweiklassigen Unterrealschule als Privatanstalt mit Öffentlichkeitsrecht folgte der Ausbau zu einer vierklassigen Unterrealschule bis 1895 und von 1900 bis 1903 zu einer siebenklassigen Oberrealschule mit Maturitätsprüfung. 1901 erfolgte die Übernahme in die Staatsverwaltung als „kk. Oberrealschule“. 1903 gab es die erste Matura: von 15 Schülern der 7. Klasse wurden neun für reif erklärt. 1911 gab es eine kleine Sensation: die erste Schülerin wurde aufgenommen. Nach „Bundesrealschule“ kam 1938 bis 1945 die „Staatliche Oberschule für Jungen in Dornbirn“ und zu Kriegsende war wieder die gute alte „Bundesrealschule“ am Zug. 1956/57 ging man zu Realschule und Realgymnasium über und ab 1963 blieb nur noch Gymnasium mit neusprachlichem und realistischem Zweig sowie ein mathematisches Realgymnasium übrig.

Zweigstelle Lustenau
Ende der 60-er Jahre wurde das Gebäude aufgestockt, zu Anfang der 70-er wurden die zwei neuen Turnhallen erbaut. Man zählte schon 964 Schüler(innen). Gymnasium Schoren wurde gegründet, die beiden Turnhallen bekamen eine Aufstockung und die Schülerzahl nahm ab. Es folgte die Gründung der Zweigstelle Lustenau und das Haupthaus an der Realschulstraße war „nur noch“ Gymnasium mit neuen Fächern für die Unterstufe und Wahlmöglichkeiten in der Oberstufe. Im laufenden Schuljahr werden im Mutterhaus (ohne Lustenau) 771 Schüler(innen) in 29 Klassen von 87 Lehrpersonen unterrichtet. Insgesamt sind 1050 Lernende zu verzeichnen. Besonderheiten sind das Beratungsnetz mit Eltern, Schülern und Lehrern sowie des „Offene Lernen“ und die Teilnahme an EU-Projekten.

Fotoausstellung weckt Erinnerungen
Die alte „Realschule“ ist stark in der Dornbirner Bevölkerung verankert. „Eine Schule mit Tradition, die man nicht verstecken soll“ so Professor Dr. Klaus Fessler. Zum 125-jährigen Jubiläum des Bundesgymnasium präsentiert er eine Fotoausstellung, die Erinnerungen wecken soll und junge Menschen anregt, sich mit der Geschichte zu beschäftigen.

„Seit Eröffnung der Ausstellung erhalte ich immer mehr Fotos aus Privatbeständen. Vor kurzem eine Maturazeitung aus dem Jahre 1941“ freute sich der Initiator der Fotoausstellung, Professor Klaus Fessler, über das Echo in der Bevölkerung. Eine arbeitsintensive Zeit liegt hinter ihm. Aus Schulchroniken, Fotobeständen im Stadtmuseum und anderen Quellen reproduzierte er eine Auswahl von 600 Bildern. Diese geben nun auf 40 Schautafeln, auf drei Etagen der Schule, ein informatives und unterhaltendes Bild aus dem Schulalltag von einst bis jetzt. Die Baugeschichte des Gebäudes, Direktoren und Professoren im Wandel der Zeit, Impressionen aus dem Unterricht, aber auch ein buntes Schulleben von der Blasmusik bis hin zum Wandertag und Schulball. Das älteste Bild ist aus dem Jahre 1892, bruchstückhaft geht es in die nächsten Jahre. Außergewöhnliches gilt es zu entdecken: „Das Bild von einer Schmiede-Esse im Breitenberg, in dem der Handarbeitsunterricht der Knaben in den 30er Jahren stattfand, hat auch mich erstaunt“ erzählte Fessler. Bilder bekannter Persönlichkeiten sind zu sehen, darunter die Vize Miss Universum Eva Düringer, Hans Elkan, Angehöriger der Hohenemser Judengemeinde, bis hin zu Fabrikant Jürg Zumtobel. So mancher ehemalige Schüler, der die Ausstellung besuchte, schwelgte in Erinnerungen zum Thema Karzer, Schülerstreiche oder Charakteren der Professoren. Erweitert wird die Ausstellung derzeit zum Thema Nationalsozialismus. „Mit Bildern von Opfern, aber auch Druckschriften, wie die Maturazeitschrift von 1941, die geprägt ist von der Sprache des Krieges“ erzählte Fessler und betonte: „das ist Schulgeschichte, die auch lehrreich ist für unsere Schüler“. Eine umfangreiche Auswahl der Ausstellungsbilder soll heuer in Form einer Foto-CD dem Jahresbericht mit Festschrift beigelegt werden. Die Foto-Ausstellung ist noch bis zum Ende des Schuljahres zu besichtigen. „Die Möglichkeit von Führungen besteht. Im Detail der Ausstellung stecken unheimlich viele Geschichten und Informationen“, so Professor Fessler.

Jubiläumsveranstaltungen:
30. Mai: Festabend zu 125 Jahre Bildung am BG Dornbirn, um 19:30 Uhr
31. Mai: Absolvent(innen)-Turnier – Ball-Sportarten
31. Mai: Absolvent(innen)-Fest, Kulturhaus, um 19:30 Uhr
2. Juli: Sommerball – Abschluss des Jubiläums-Schuljahres

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