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Touristen in Äthiopien verschleppt

Im Norden Äthiopiens sind elf französische und drei britische Urlauber entführt worden, wie das französischen Außenministerium am Freitag Medienberichten zufolge bestätigte.

Eine Gruppe ausländischer Touristen, die im als unsicher geltenden Norden Äthiopiens unterwegs war, ist vermutlich entführt worden. Nach Angaben des äthiopischen Reiseveranstalters Origins Ethiopia fehlte von elf Franzosen und drei Briten, die in getrennten Konvois in der Region Afar unterwegs waren, seit Dienstagabend jede Spur. Von offizieller Seite wurde die Nationalität der Vermissten zunächst nicht bestätigt. Frankreichs Außenminister Philippe Douste-Blazy sagte am Freitag lediglich, es gebe mehrere Hinweise darauf, dass sich Franzosen darunter befänden.

Nach Angaben des Reiseveranstalters waren die Reisenden vor ihrem Verschwinden in einer Vulkanregion in Afar unterwegs. Sie seien in zwei Konvois unter Polizeischutz gereist, sagte ein Sprecher. Bei den verschwundenen Ausländern handele es sich um drei in Äthiopien lebende Briten und elf französische Touristen. Außerdem würden neun äthiopische Begleiter der Konvois sowie zwei Polizisten vermisst. Die Reisebegleiter seien mit Satellitentelefonen ausgestattet gewesen, hätten sich am Dienstagabend aber nicht wie verabredet gemeldet. Von einer Entführung wollte der Mitarbeiter des Reiseveranstalters nicht sprechen. Ein Sprecher der äthiopischen Regierung sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Vorfälle in Afar würden untersucht. Von einer Entführung wollte auch er nicht reden.

Die französische Botschaft in Addis Abeba hingegen geht von einem Kidnapping aus. „Es gab eine Entführung, das ist sicher“, sagte Botschafter Stephane Gompertz AFP. Es sei nicht klar, ob tatsächlich Franzosen unter den Entführten waren, sagte Gompertz. Zunächst war in Medienberichten noch die Rede davon gewesen, das französische Außenministerium hätte die Identität der Entführten bestätigt.

Die französische Botschaft berief eine Dringlichkeitssitzung ein und wollte einen Diplomaten in den Norden Äthiopiens schicken. Auch die britische Botschaft traf entsprechende Vorbereitungen.

Österreicher dürften sich jedenfalls nicht unter den Opfern befinden: Wie das Außenministerium in Wien auf APA-Anfrage mitteilte, gebe es „keine Hinweise“ darauf, dass Landsleute betroffen seien.

Die Region Afar, die auch Danakil genannt wird, wird von den äthiopischen Behörden als unsicher eingestuft. Den Angaben zufolge überfallen Nomadengruppen in dem Gebiet häufig Reisende. Im Grenzgebiet zu Eritrea und Dschibuti gibt es zudem gelegentlich Spannungen. Aus diesen Gründen dürfen Reisegruppen nur in Polizeibegleitung in das Gebiet fahren. 2004 verschwand in Afar eine französische Touristin. Sie wird bis heute vermisst.

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