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Toter nach Explosion bei Mäharbeiten

Ein Bludenzer hat am Montag Mittag beim Ausmähen einer Uferböschung hinter dem Rankweiler Gewerbepark eine Explosion ausgelöst. Der Arbeiter starb noch am Unfallort. 

Der 40-jährige Mann war im Rahmen der Arbeitsinitiative des Bezirks Feldkirch für Langzeitarbeitslose (ABF) hinter dem Gewerbepark beschäftigt. Ein Mal jährlich werden die alten, verwucherten Trift-Anlagen am Ufer der Frutz von den Männern des Projektes “Waldpflege” ausgemäht. So auch gestern. Schrotpatrone berührt Beim Mähen zerschneidet der Mann mit seinem benzinbetriebenen Handtrimmer nicht nur Grashalme, sondern auch einen explosiven Gegenstand. Die Berührung mit dem Handmäher lässt das im Gras liegende Geschoss hochgehen – Explosion! Kleine Metallteile treffen den Körper des Arbeiters, der in der steilen Böschung steht. Die Wucht der Detonation wirft den Mann rückwärts in das Bachbett. Mit dem Hinterkopf schlägt er auf einem Stein auf. Arbeitskollegen alarmieren das Rote Kreuz, doch der Notarzt kann nicht mehr helfen. Der Bludenzer erliegt seinen schweren Kopfverletzungen.

Das Gelände wird abgesperrt. Die Sprengstoffexperten des Landesgendarmeriekommandos werden gerufen, der Entminungsdienst aus Innsbruck rückt an. Die Männer durchsuchen das Bachbett, finden jedoch nichts. “Wir können mittlerweile zu 99 Prozent ausschließen, dass es eine Granate war. Vermutlich hat der Mann eine Schrotpatrone getroffen”, sagt Sprengstoff-Experte Peter Freudlsperger.

Obduktion angeordnet
Der Handmäher wurde beschlagnahmt. “Wir können aufgrund der Schmauchspuren der Explosion die Herkunft des Sprengstoffs ermitteln”, schildert der Explosions-Experte. Derzeit vermuten die Ermittler, dass es sich bei der explodierten Patrone um einen Blindgänger von der Jagd handeln könnte oder dass die Schrot-Patrone achtlos weggeworfen wurde. Die genaue Todesursache des Bludenzers – er hinterlässt seine Lebensgefährtin – soll bei einer Obduktion festgestellt werden.

Stichwort: Schrotpatrone
Die Schrotpatrone besteht aus einer zylinderförmigen Papp- oder Plastikhülse, die mit vielen Blei- oder Weicheisenkugeln von 1 bis 6 Millimeter Durchmesser gefüllt ist. Die effektive Reichweite einer Schrotladung ist eher gering. Mit Schrotpatronen geschossen wird hauptsächlich bei der Jagd auf Kleinwild. Im Militärischen sowie bei Polizeikräften wird sie nur zum Nahkampf eingsetzt.

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