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Toter Charly als Steuersünder

Hörbranz - Einer Hörbranzer Familie wurde der Hund vom Nachbarn erschossen. Jetzt wollte der Gemeinderat auch noch die Hundesteuer nachfordern.

Der kleine Malteserhund Charly aus Hörbranz ist seit etwa vier Wochen tot, erschossen von einem wütenden Nachbarn, dem das Tier auf die Nerven ging – die “VN” berichteten ausführlich über den Fall. Eigentlich sollte mit der anstehenden Gerichtsverhandlung gegen den schießwütigen Nachbarn die Sache erledigt sein, nicht jedoch für die Hörbranzer Gemeindevertretung.

Doch nicht etwa der überschäumende Nachbar, der mit einem Luftgewehr durch die Gegend schoss, war Stein des Anstoßes – der tote Charly selbst und seine Besitzerfamilie waren ins Visier von FP-Gemeinderat Josef Siebmacher geraten. Der hatte nämlich festgestellt, dass Charly „illegal“ in Hörbranz lebte, also nicht bei der Gemeinde angemeldet war. „Das ist Abgabenhinterziehung, 32 Euro Hundesteuer pro Jahr sind ausständig, hier geht es ums Prinzip“, so Siebmacher auf der Gemeindevertretungssitzung. Im gleichen Atemzug beschuldigte er Vizebürgermeisterin Manuela Hack, die illegale Hundehaltung während der Abwesenheit des Bürgermeisters sogar noch belohnt zu haben, indem sie keine Nachforderung stellte. Hack wies diese Vorwürfe empört zurück. „Das seelische Leid der Besitzer ist groß genug. Für einen erschossenen Hund stelle ich keine Nachforderungen.“ Dieser Ansicht war dann auch die überwiegende Mehrheit der Gemeindevertreter.

Überrascht

Familie Oberhauser, Charlys Besitzer, zeigte sich im Nachhinein überrascht. „Ich wusste gar nichts von dem Antrag, aber bin froh, dass in dem Fall nicht die Bürokratie die Oberhand behalten hat“, so Frederike Oberhauser.

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