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Tonnen von Marmor und tote Hunde

Bregenz - Die Ausstellung mit Arbeiten von Maurizio Cattelan wird am 1. Februar, 20 Uhr, eröffnet und ist bis 24. März im Kunsthaus Bregenz zu besichtigen. | Zum Kub

Als der italienische Künstler Maurizio Cattelan den Auftrag bekam, für ein Kölner Museum Arbeiten zu entwerfen, hielt er sich bescheiden zurück und setzte eine einzige Figur aufs Dach. Seit drei Jahren ist das Kunsthaus Bregenz nun mit dem 1960 in Padua geborenen und in New York lebenden „documenta“- und Biennale-Venedig-Teilnehmer in Verhandlung und siehe da, Cattelan biss an und war im Rahmen des normalen Ausstellungsbudgets bereit, das ganze Haus zu beackern. Vielleicht haben sich deshalb die Biennale- und Guggenheim- Chefs für die Eröffnung angesagt, vermutlich ist es aber die Arbeit an sich, die unter anderem auch die Vertreter großer Häuser nach Bregenz lockt. Während der wortkarge Künstler seiner Vorfreude gestern zumindest mimisch Ausdruck verlieh, heißt es für die Kunsthaus-Crew noch ordentlich zupacken.

In Ewigkeit

Das Ende, die Unsterblichkeit und wie sie in der Kunst zum Ausdruck kommt, sind die Themen des Italieners, der den Deutschen eine Hitler-Figur in Bittstellung unter die Nase rieb, den Papst per Meteorit zu Boden streckte und auch die Bregenzer nun malerisch an ein dunkles Kapitel der Geschichte erinnert. Ansonsten nimmt sich das, was von der Ausstellung bislang zu sehen ist, wenig schummrig aus. Leichen in Tüchern aus weißem Carrara-Marmor – so wie Michelangelo, Bernini oder Canova die Ewigkeit symbolisierten, tut es der Zeitgenosse unter den italienischen Künstlern auch. Mit noch mehr Symbolgehalt eben und größeren Herausforderungen für die Ausstellungstechniker. Über zwei Tonnen bringt eine einzige Figur auf die Waage. Damit hat es sich aber nicht. Cattelan verweist auch auf das Ausstopfen von Tieren als Erhaltungs-Strategie und führt den Besuchern die Ausweglosigkeit vor. Das Ende macht die Menschen gleich. Wundern Sie sich nicht, wenn der Ausstellungsrundgang im nicht mehr erkennbaren Kunsthaus abrupt endet. Dort gilt es dann über das Leben nachzudenken. Und auch über den Ruf, den das KUB inzwischen international genießt.

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