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Tokio/Seoul: Taifun im Vormarsch

Der Taifun "Shanshan" hat nach dem Durchzug über die japanische Südinsel Kyushu auch in weiten Landstrichen Südkoreas eine Schneise der Verwüstung hinterlassen.

Nach Angaben der Zivilschutzbehörde in Seoul brach in 3.000 Haushalten in den Provinzen Kyongsang und Busan am Montag die Stromversorgung zusammen, nachdem zahlreiche Strommasten umgeknickt waren.

In Japan starben nach Behördenangaben mindestens neun Menschen, ein weiterer wurde vermisst. 310 Menschen wurden verletzt. 12.000 Menschen wurden in Notunterkünften untergebracht, rund hundert Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Meteorologen rechneten damit, dass „Shanshan“ über dem Japanischen Meer einen Halbkreis zieht und dann die Insel Hokkaido treffen könnte.

Der mit einem chinesischen Mädchennamen belegte Taifun war der schlimmste Wirbelsturm, der in dieser Saison Japan heimsuchte. In einem Hafenort der Präfektur Oita kenterte eine Fähre. Dabei wurden fünf Besatzungsmitglieder ins Meer geschleudert, dabei starb ein Mensch.

Die meisten Todesfälle wurden von der Insel Kyushu gemeldet. Dort wurde ein 39-jähriger Elektriker unter einem umstürzenden Container begraben. In Hiroshima wurde seit Samstag ein Journalist vermisst, der live über den Wirbelsturm berichten sollte. Dort wurde auch die Leiche eines 50-jährigen Feuerwehrmanns gefunden, der in einen reißenden Fluss gefallen war. Hart getroffen wurde die Stadt Nobeoka auf Kyushu. Dort wurden sechs Fahrgäste eines Expresszuges verletzt, als dieser von den Schienen gefegt wurde. Ein 42-jähriger Mann wurde in seinem Bett von umherfliegenden Dachziegeln und zersplitterten Scheiben erschlagen. In der Region von Tokio machte sich der Taifun vor allem durch außergewöhnlich starke Regenfälle bemerkbar.

Mit Geschwindigkeiten von mehr als hundert Stundenkilometern zog der Taifun über das Japanische Meer, zunächst über Südkorea und dann Richtung Russland. Für Mittwoch erwartete die japanische Wetterbehörde, dass der Wirbelsturm Richtung Osten abdrehen und dann auf Hokkaido treffen könnte. Die Küstenbewohner wurden vor hohen Wellen gewarnt.

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