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Todesgefahr durch Leitschienen

Für stürzende Motorradfahrer können Leitschienen zur Lebensgefahr werden. Erst am Sonntag kam eine 24-jährige Hohenemserin auf der Lechtalbundesstraße ums Leben, als sie in einer Kurve gegen die Leitschiene prallte.

Die Statistik zeigt, dass nur ca. ein Prozent des gesamten Verkehrsaufkommens von Motorradfahrern zu verantworten ist, sie aber etwa 12 Prozent der Todesopfer auf Österreichs Straßen ausmachen.

Todesfallen beseitigen

“Die Gefahr besteht darin, dass die Motorradlenker durch die Schiene rutschen oder sich an den scharfen Kanten sehr schwer verletzen”, so Motorradsicherheitsexperte Fritz Gruber von der Bezirksgendarmerie Dornbirn. Auf einigen kurvenreichen Strecken wie der Bödelestraße hat man die Stützen der Leitschienen mit Styropor verkleidet. “Das bringt aber nicht viel mehr Sicherheit”, ist die Einschätzung von Fritz Gruber. Die Styroporverkleidungen würden durch den Schneeräumdienst im Winter immer wieder beschädigt.

In Oberösterreich wird nun ein System getestet, das die Todesfalle am Straßenrand entschärfen soll. Die Idee: mit einer Art Vorhang aus Gummi (recycelte Auto- und Lkw-Reifen) wird die Leitschiene verkleidet, damit diese bei Motorradunfällen nicht zur Guillotine werden kann. Der Motorradfahrer kann nicht mehr durch die Schiene rutschen und ein harter Aufprall wird abgedämpft.Die Entwickler des Systems gehen davon aus, dass die Anzahl der Toten und Verletzten dadurch um ein Drittel verringert wird.

Verkehrslandesrat Manfred Rein schließt ein derartiges System für Vorarlberg aus. “Man kann nicht alle Gefahrenstellen in Gummi hüllen und die Fahrer so aus der Verantwortung entlassen”, so der Landesrat auf “VN”-Anfrage. Rein bezweifelt, dass ein System wie in Oberösterreich tatsächlich mehr Sicherheit bringt. “Die schlimmen Unfälle verursachen meistens Fahranfänger, das Problem muss mit Fahrsicherheitstrainings und mehr Eigenverantwortung gelöst werden”.

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