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Tod durch Cannabis? - "Ein gelegentlicher Joint richtet nicht viel an"

©DPA/ VOL.AT/ VN
Schwarzach - Deutsche Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass zwei junge Männer als Folge ihres Cannabis-Konsums an Herzversagen gestorben sind. Die Ergebnisse werden heiß diskutiert. In Vorarlberg sieht man die Folgen des Konsums nicht ganz so dramatisch, wie sie von der Uniklinik Düsseldorf dargestellt werden.
Bernhard Amann im Interview
Thomas Neubacher im Interview
Reinhard Haller im Interview

Für den Obmann der österreichischen Plattform zur Legalisierung von Cannabis “Legalize!” sind die Ergebnisse der Uniklinik Düsseldorf nur ein Versuch die sachliche Diskussion, die gerade in anderen Staaten stattfindet, zu disqualifizieren: “Man muss bei diesen zwei Hardcore-Puritanern aus Düsseldorf schon genauer hinsehen, wie die Untersuchungen stattgefunden haben. Das ist einfach unseriös und eine völlige Verkennung der Tatsachen.”

Amann: “Cannabis führt nicht zum Tod”

Im Vergleich liege bei Cannabis die Lethalität über dem 1.000-fachen einer normalen Berauschung. Bei Alkohol allerdings kann bereits eine achtfache Berauschung tödlich enden: “Cannabis-Konsum kann praktisch also nicht zum Tod führen. Solange es aber illegal ist, werden immer wieder andere, gefährliche Stoffe hinzugemischt. Hier geht es um Profitmaximierung des organisierten Verbrechens, das muss man deshalb ganz genau differenzieren.”

Mischintoxikation als Todesursache

Laut Thomas Neubacher, dem Sucht- und Drogenkoordinator des Landes Vorarlberg, sieht die Realität im Land anders aus: “Wenn man sich die suchgiftbezogenen Todesfälle ansieht, haben wir in Vorarlberg zwei bis 14 solcher Fälle pro Jahr und dort ist die Todesursache Nummer eins Mischintoxikation, also mehrere Suchtgifte zusammen.”

Neubacher: “Cannabis ist nicht ungefährlich”

Der Konsum von Cannabis ist aber keinesfalls ungefährlich, meint Neubacher: “Diese Droge greift stark in das Bewusstsein eines Menschen ein, in den Stoffwechsel des Gehirns. Es können dadurch psychiatrische Erkrankungen bestünstigt oder mitausgelöst werden. Zudem ist sie antriebshemmend und lässt ihre Konsumenten lustlos werden.” Im Jahr sind es 338 Menschen, die sich an die Hilfsorganisationen in Vorarlberg wenden, weil sie Probleme durch ihren Cannabis-Konsum haben.

Beweis, dass Cannabis toxisch ist

Für den Drogenbeauftragten des Landes Vorarlberg, Dr. Reinhard Haller, sind die Untersuchungsergebnisse ein eindeutiger Beweis, dass Cannabis als toxische Substanz einzustufen ist und zum Tod führen kann: “Man muss hier allerdings einschränkend dazu sagen, dass dies ein sehr seltenes Ereignis ist. Aber der alte Mythos, dass Cannabis völlig ungefährlich ist, ist jetzt nicht mehr zu halten.”

THC-Gehalt um ein Vielfaches höher

Das Problem ist das hochgezüchtete Cannabis von heute: “Es ist einfach nicht mehr dasselbe, wie in den 70ern oder 80ern. Damals hatte Cannabis noch einen Tetrahydrocannabinol-Gehalt von 0,2 bis 0,3 Prozent. Heute hingegen von zehn bis 18 Prozent, also das vielfache davon. Wir haben es also mit einer viel intensiveren Substanz zu tun und Probleme resultieren dann, wenn man diese längere Zeit in hohen Dosen einnimmt.” Haller will Cannabis nicht verharmlosen, aber: “Ein gelegentlicher Joint richtet natürlich nicht viel an.”

Haller: “Cannabis-Konsum entkriminalisieren”

Die Zweifel, dass die sachliche Diskussion durch diese Ergebnisse in den Hintergrund tritt, teilt Haller nicht: “Man muss dem entgegenhalten, dass es tausende Alkohol- und Nikotin-Tote gibt bei den legalisierten Drogen. Das Problem ist eigentlich, dass Cannabis eine weltweit verbreitete Droge ist, die 30 Prozent aller Vorarlberger Jugendlichen schon einmal probiert haben. Und man kann doch nicht ein Drittel unserer Jugend kriminalisieren. Es sollte hier differenziertere Vorgehensweisen geben. Man könnte zum Beispiel bis zu einem gewissen Teil den Besitz dem Verwaltungsrecht unterstellen und damit junge Menschen nicht unnötig vorbestrafen.”

Weiterführende Informationen und Hilfe gibt es in Vorarlberg bei der Supro und den Drogenberatungsstellen.

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