Page 1Page 1 CopyGroupGroupPage 1Combined ShapePage 1Combined ShapePage 1Triangle Page 1 VNVorarlberger Nachrichten Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1 Rectangle 9 Combined ShapeCombined ShapePage 1Page 1Page 1Page 1Page 1AAAAPage 1 Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1Page 1

Tierwohl ist Klimaschutz

Nicht die Kuh ist der Klimakiller, sondern der toxische Irrweg der Agrochemie.
Mehr zum Thema

Und das Killerargument der Systemerhalter „für billige Masse an Nahrungsmitteln braucht es entsprechend Masse an Material für die industrielle Verarbeitung“ geht ins Leere. Es braucht keine Urwaldrodung für toxischen Anbau von sogenanntem „Kraftfutter“ und keine mörderischen Chemiekeulen wie Round-up, Kunstdünger und Glyphosat, die den Boden, Wasser und somit Nahrungskette nachhaltig verseuchen.

Menschliche Gesundheit Regionale bäuerliche Genossenschaften liefern auch für die industrielle Verarbeitung ausreichend Material – förderlich für den natürlich wirtschaftenden Bauernstand, die Umwelt, das Tierwohl und die menschliche Gesundheit. Tierwohl ist Klimaschutz, betont die noch amtierende Tierschutzombudsfrau Dr. Marlene Kirchner und verweist einerseits auf das Buch und die Vorträge von Dr. med. vet. Anita Idel mit dem Titel „Mythos Klimakiller Kuh – Potentiale nachhaltiger Beweidung für Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt und Klima“, andererseits auf die gemeinsame Broschüre der Landestierschutzombudsleute „Huhn im Glück – tiergerechte Hühnerhaltung im Garten“ (www.tierschutzmachtschule.at). Die Broschüre gibt einen Einblick in den Alltag der Hühner und welche Ansprüche sie an die Haltung haben. Dabei wird auf gesetzliche Anforderungen hingewiesen und Empfehlungen für eine tiergerechte Hühnerhaltung mit Praxistipps gegeben – Anregungen zum allgemeinen Umgang, von der Auswahl der Rasse über den Gesundheitscheck bis hin zur Hühnerbeschäftigung inklusive. Zielgruppen sind Jugendliche, Erwachsene, Hühnerhalter und am Thema Interessierte. „Als großer Fan alles Gefiederten und Geschuppten liegen mir Haushühner sehr am Herzen! Hühner denken und fühlen, leben in kleinen Gruppen und sind ihrem Nachwuchs gegenüber fürsorglich, um nur einige Fähigkeiten hervorzuheben“, sagt Tierschutzombudsfrau Marlene Kirchner. „Die Broschüre ist wertvolle Info über tiergerechte Haltung.“

Massentierhaltung killt

Rinder werden seit Jahrzehnten als „schlechte Futterverwerter“ diskriminiert und stehen inzwischen als „Klimakiller“ am Pranger, informierte die Tierärztin und Autorin des Buchs „Mythos Klimakiller Kuh“, Anita Idel. Nicht weniger verkannt wird das Grasland: Sein häufigstes Synonym lautet „nichtackerfähiges Land“. Obwohl Grasland weltweit 70 Prozent und Dauergrünland in Österreich 47 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausmacht, wird es somit nicht mit seinen Potenzialen charakterisiert, sondern mit etwas, das es nicht kann. „Ganz im Gegenteil haben Grasland und Rinder ein großes Potenzial für Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt und Klimaschutz“, weiß die Expertin und stellt die Frage, warum diese Potenziale nachhaltiger Beweidung und Bewirtschaftung nicht erkannt und kaum genutzt werden? „Die Form der Tierhaltung macht den Unterschied für Bodenfruchtbarkeit und Klima“, denn Grasland ist in jahrtausendelanger Ko-Evolution mit Weidetieren entstanden. Bis heute ist es das größte Ökosystem weltweit und seine Böden speichern um 50 Prozent mehr Kohlenstoff als Waldböden. „Gerade im Berggebiet und im Alpenvorland Österreichs kommt dem Grünland und seinen Gräsern eine besondere Rolle im Klimaschutz zu – vorausgesetzt wir wissen, worauf wir in der Bewirtschaftung achten müssen“, erklärt die Lead-Autorin im UN-Weltagrarbericht und Hauptpreisträgerin des Sales-Medienpreises 2013 für „Die Kuh ist kein Klimakiller! Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können“.

Einsatz fürs Tierwohl

Um unnötige Kälber- und Lebendtiertransporte weitgehend zu beenden, hat der Grüne Landwirtschaftssprecher Daniel Zadra seinen 5-Punkte-Plan als einen ersten Schritt vorgelegt: Mit dem präsentierten 5-Punkte-Plan würden den heimischen Bauern Alternativen und einen Weg raus aus dem Tiertransport-Dilemma aufgezeigt. „In Schulen, Kindergärten und Kinderbetreuungseinrichtungen sowie landes- und gemeindeeigenen Kantinen sollen zukünftig nach dem Bestbieterprinzip, Tierschutz und Transportwege als entscheidende Kriterien festgelegt werden und so nur mehr Rind- und Kalbfleisch aus Vorarlberg auf die Teller kommen“, verweist Zadra auf einen wichtigen Punkt des Plans. Zehntausende Mahlzeiten mit Tonnen an eingesetzten Lebensmitteln würden in Schulen und Kindergärten wöchentlich gegessen. „Deshalb wollen wir mit dieser Anfrage klären, welchen Beitrag regionale Lebensmittel in den Schulen und Kindergärten zum Stopp von Kälbertransporten leisten können“, erklärt Zadra. Der Einsatz regionaler Lebensmittel komme allen zugute. „Die Kinder bekommen gesundes Essen, die Bauern ein sicheres Einkommen und das Klima wird durch biologische Lebensmittel geschützt“, fasst Zadra zusammen. Dafür seien aber auch gute Anbieter für das Essen der Kinder notwendig. „Wir brauchen Klarheit darüber, welche Anbieter es für gesundes Essen in Vorarlberg gibt und welche Unterstützung sie brauchen“, so Zadra. Das Land müsse nun hinschauen. „Wir wollen alle das Beste für unsere Kleinsten und eine gesunde Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle!“

Mehr zum Thema

Fill 1Created with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Jetzt im Fokus 5
  • Tierwohl ist Klimaschutz
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.