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Tierseuche tötet Lämmer, Kälber und Zicklein

Vom Schmallenberg-Virus infizierte Lämmer bringen meist tote oder missgebildete Lämmer zur Welt.
Vom Schmallenberg-Virus infizierte Lämmer bringen meist tote oder missgebildete Lämmer zur Welt. ©dapd
Bregenz - Schmallenberg-Virus breitet sich in Europa aus. Auch Fälle in Österreich erwartet.

Die kleinen Lämmer kommen viel zu früh und meist leblos zur Welt. Das Schmallenberg-Virus bedeutet für sie das Todesurteil. Schafe, Rinder und Ziegen werden derzeit vor allem in Deutschland von dem Virus heimgesucht. „Wir müssen damit rechnen, dass es auch zu uns kommt“, sagt Landesveterinär-Stellvertreter Norbert Greber. 64.000 Rinder, 11.000 Schafe und 4000 Ziegen gibt es in Vorarlberg. Auch Friedrich Schmoll von der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigt die Ausbreitung des Virus: „Da es in den Nachbarländern Deutschland und Italien schon nachgewiesen wurde, erwarten wir, dass auch Österreich bald betroffen sein wird.“ Ist ein Muttertier infiziert, bedeutet das für den Nachwuchs mit großer Wahrscheinlichkeit den Tod. Lämmer, Kälber und Zicklein kommen als Frühgeburt tot oder mit schweren Missbildungen zur Welt. Für den Menschen ist es ungefährlich. Auch das infizierte Muttertier erkrankt nicht. „Eine Kuh gibt aber weniger Milch“, erklärt Greber. Für den Bauer bedeutet das also einen doppelten Verlust: ein totes Kalb und weniger Milch. Die gute Nachricht: Die Tiere bilden Antikörper. Bei der nächsten Geburt wirkt sich das Virus also voraussichtlich nicht mehr aus. Ende 2011 wurde das Virus in Deutschland erstmals bei Rindern festgestellt. Den Namen hat das Virus vom Ort Schmallenberg in Nordrhein-Westfalen, in dem es zum ersten Mal nachgewiesen wurde. Das Virus wurde in Deutschland bereits an 740 Höfen nachgewiesen. Der Großteil der Fälle – rund 650 – betrifft Schafe. Die meisten Fälle wurden im Norden registriert. Aber auch in Bayern und Baden-Württemberg sind Bauern betroffen. „Mittlerweile ist das Virus auch in Frankreich, Belgien, Luxemburg, Großbritannien, den Niederlanden und Italien“, bestätigt Elke Reinking vom deutschen Friedrich-Loeffler-Institut. Vorerst gibt es kein Gegenmittel. An einem Impfstoff wird derzeit geforscht. Bis er einsetzbar ist, werden aber noch einige Monate vergehen. „Wir sind noch in der Anfangsphase. Einen Impfstoff wird es frühestens 2013 am Markt geben“, erklärt Reinking.

Mit Mücken quer durch Europa

Der Exot wurde aus einem anderen Kontinent eingeschleppt. Woher, ist allerdings noch unklar. Verbreitet wird er durch Mücken. Sie tragen das Virus quer durch Europa. Auch in Vorarlberg wird es deshalb wohl bald tote Lämmer und Kälber geben.

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