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Tiergarten Schönbrunn: Direktorin Dagmar Schratter geht in Pension

1993 kam Dagmar Schratter an den Tiergarten Schönbrunn, Ende des Jahres geht sie nun in Pension.
1993 kam Dagmar Schratter an den Tiergarten Schönbrunn, Ende des Jahres geht sie nun in Pension. ©APA/Georg Hochmuth
Die Direktorin Dagmar Schratter wird am 26. März 65 Jahre alt. Zwar ein Grund zu feiern, aber doch mit Wehmut: Ende des Jahres geht Schratter in Pension.

Der Tiergarten Schönbrunn wurde im Vorjahr zum fünften Mal zum besten Zoo Europas gekürt – und Ende Mai kommt Yuan Yuan, der männliche Neuzugang im Pandagehege. Direktorin Dagmar Schratter, die am morgigen Dienstag 65 wird, kann ihren Geburtstag ziemlich entspannt feiern. Möglicherweise ist aber auch ein bisschen Wehmut dabei. Denn Ende des Jahres geht die seit 2007 amtierende Chefin in Pension.

Tiergarten Schönbrunn: Die Chefin wird 65 und zieht sich heuer zurück

Sie hat sich 2016 ausbedungen, nur mehr drei Jahre anzuhängen – und nicht wie sonst üblich fünf Jahre. Bereut hat sie diese freiwillige Beschränkung nicht, wie sie am Montag im APA-Interview versicherte: “Ich denke, das ist genug, es passt genau. Wir haben in den vergangenen Jahren viel gemacht, aber jetzt soll man wieder jüngere Kräfte walten lassen.”

Mit dem “viel gemacht” bezieht sich Schratter nicht nur auf die zahlreichen Initiativen und Projekte, die für jeden Zoobesucher sicht- und erlebbar sind. Auch den internen Abläufen habe sie einen Schwerpunkt gewidmet, wie sie betonte: “Wir haben von Beginn an an der Verbesserung der innerbetrieblichen Strukturen gearbeitet.” Zudem habe sie sich bemüht, dem Natur- und Artenschutz und auch der Forschung mehr Gewicht zu geben.

Im Fokus stand dabei die heimische Natur. Und so können am historischen Areal inzwischen nicht nur Panda, Elefant, Tiger und Co. bewundert, sondern auch ein Naturerlebnisweg oder ein Baumkronenpfad entdeckt werden. Voraussetzung für sämtliche Initiativen seien die nötigen – auch finanziellen – Ressourcen, wie die Tiergarten-Direktorin anmerkte: “Ich denke, wir stehen auch wirtschaftlich auf stabilen Beinen, in den letzten Jahren gab es immer über 100 Prozent Selbstkostenabdeckung für den operativen Bereich. Das ist wichtig, weil sonst kann ich das alles nicht umsetzen, was wir so vorhaben.”

Schratter: Affenhaus gehört zu Lieblingsprojekten

Die Hausherrin konnte immer wieder neu gestaltete Zoo-Bereiche präsentieren. Eines der erklärten Lieblingsprojekte Schratters ist das renovierte Giraffenhaus sowie das revitalisierte historische Affenhaus: “Ich finde, das ist wunderschön geworden.” Das Gehege fungiert inzwischen als eine Art Primaten-WG, wobei nur mehr kleinere Bewohner hier anzutreffen sind. Für die dort einst wohnenden Orang-Utans wurde die geräumigere “ORANG.erie” geschaffen.

Dass so manche Renovierung auch eine architektonische Herausforderung ist, verhehlte Schratter nicht. Auf die “grüne Wiese” könne bald jeder einen Zoo stellen, in einer historischen Anlage sei es hingegen schon schwieriger, gute Tierhaltung zu zeigen. Trotzdem beteuerte sie: “Ich bin froh, dass wir so einen strengen Denkmalschutz haben.”

Frischer Wind täte laut Schratter nicht schlecht

Ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin will sie keine Ratschläge erteilen. “Ein bisschen frischer Wind würde dem Tiergarten gar nicht schlecht tun”, befand sie lediglich. “Das wichtigste ist, Vertrauen zu seinem Team aufzubauen. Ich muss gute Leute erkennen, und wenn ich die dann habe, dann muss ich sie arbeiten lassen.” Tatsächlich hat sie bereits den einen oder anderen Wunschkandidaten für die neue Leitung, wie sie verriet. Namen wolle sie aber nicht nennen.

“Es wird eine normale Ausschreibung geben”, verwies sie auf das weitere Prozedere. Das Bundestierschutzgesetz sehe aber vor, dass die Person Biologe oder Veterinärmediziner sein müsse. Das beruhige sie ein bisschen, gestand die Zoo-Chefin, denn damit sei die Fachkompetenz sichergestellt.

Bis zum Wechsel werden aber noch einige Monate vergehen, in denen die aktuellen Projekte keineswegs stillstehen werden, wie Schratter beteuerte. So steht als nächstes die Eröffnung der neuen Schwalbensittichvoliere an. Eher längerfristig angelegt ist die Generalsanierung des Aquariums. Hier haben laut der Direktorin die Planungen bereits begonnen, den Spatenstich werde aber bereits ihre Nachfolgerin bzw. ihr Nachfolger vornehmen.

Dagmar Schratter: Biologin und Tierpflegerin

Mit Direktorin Dagmar Schratter zieht sich heuer eine ausgewiesene Expertin aus dem Tiergarten Schönbrunn zurück – sie kennt die Aspekte eines Zoos “von der Pike” auf. Schratter ist nämlich nicht nur promovierte Biologin, sondern hat auch eine Lehrabschlussprüfung als Tierpflegerin.Geboren am 26. März 1954 in Klagenfurt, studierte sie an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Karl Franzens-Universität in Graz (Hauptfach Zoologie, Nebenfach Botanik). Nach dem Abschluss 1983 legte sie ein Jahr später die Lehrabschlussprüfung als Tierpflegerin ab.

Bis 1981 war Schratter Mitarbeiterin Otto Koenigs am Wiener Institut für Vergleichende Verhaltensforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und des steirischen Tierparks Herberstein. Ihre Doktorarbeit verfasste sie im Naturpark Hohe Wand im Süden von Wien und in Herberstein über “Die Jugendentwicklung beim Alpensteinbock”.

Das Institut für angewandte Öko-Ethologie war bis 1993 ihr berufliches Hauptaufgabengebiet. Die in Staning (Oberösterreich) gelegene Einrichtung wurde von Naturschutzpionier und Verhaltensforscher Otto Koenig im Rahmen der Forschungsgemeinschaft Wilhelminenberg eingerichtet. Dagmar Schratter hat das Institut mit aufgebaut, etabliert und schließlich geleitet.

Ihre Aufgabengebiete waren dabei u.a. das Umsetzen ökologischer Erkenntnisse bei der Nutzung der Landschaft durch sinnvolle Zusammenarbeit mit der Industrie, vogelkundliche, gewässerkundliche und botanische Erhebungen zur ökologischen Verbesserung von Stauseen und ihrem Umfeld. Darüber hinaus wirkte Schratter bei der legendären TV-Sendereihe “Rendezvous mit Tier und Mensch” von und mit Otto Koenig mit.

1993: Schratter wird an den Tiergarten Schönbrunn geholt

Helmut Pechlaner holte die Biologin 1993 als Zoologische Abteilungsleiterin und Stellvertretende Direktorin an den Tiergarten Schönbrunn. Dabei umfasste ihr Verantwortungsbereich u.a. die fachliche Betreuung der Großen Pandas, der Koalas, der Panzernashörner und anderer besonders sensibler Tierarten. Sie beschäftigte sich mit dem Tiroler Bauernhof und der Erhaltungszucht alter, österreichischer Haustierrassen sowie dem Management des Wüstenhauses (in Kooperation mit den Bundesgärten). Und nicht zuletzt befasste sich Schratter intensiv mit der Planung von Neubau und Erweiterung von Gehegen. Im Jänner 2007 trat sie schließlich Pechlaners Nachfolge als Direktorin an.

(APA/Red)

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