Tibet: Zug ist eingetroffen

Nach zwei Tagen und 1.142 Kilometern ist der erste Zug aus China in Tibet eingetroffen. Viele hatten die Fahrt auf der höchstgelegenen Eisenbahn der Welt allerdings schlecht überstanden.

Dies zeigte sich bei ihrer Ankunft in der tibetischen Hauptstadt Lhasa. Obwohl der Zug extra mit Sauerstoffmasken und einer Druckregulierung ausgestattet war, litten viele Reisende unter Symptomen der Höhenkrankenheit; andere verschliefen die Ankunft. Die Strecke führt über den 5.072 Meter hoch gelegenen Tanggula Pass.

Das Bahnprojekt ist höchst umstritten: Der chinesische Präsident Hu Jintao bezeichnete die neue Eisenbahnlinie bei der Einweihung am Samstag als „Wunder“. In Tibet wird sie hingegen als Symbol einer Besatzermacht aufgefasst. Chinas kommunistische Truppen waren 1950 in die Himalayaregion mit der Begründung einmarschiert, sie vom buddhistischen Glauben befreien zu wollen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, hatte im Vorfeld erklärt, er sei nicht grundsätzlich gegen das Projekt, solange damit keine politischen Ziele verfolgt würden. Gerade das aber befürchten viele. Hu hatte Tibet von 1988 bis 1992 verwaltet, eine Zeit, die wegen der Unterdrückung von Unabhängigkeitsbestrebungen in Erinnerung geblieben ist.

Tibet ist mit einer Durchschnittshöhe von 4.500 Metern die höchste Region der Erde. Die bisher höchst gelegene Bahnstrecke ist die Verbindung zwischen Lima und Huancayo in Peru. Bisher konnten Reisende von China aus nur auf beschwerlichen Bustouren oder teuren Flügen nach Tibet gelangen. Eine Fahrt mit der neuen Zuglinie kostet dagegen weniger als 50 US-Dollar (rund 40 Euro).

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