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Think global, act local …

ist gleichbedeutend wie „regional wirtschaften im Einklang mit der Natur“. Lokalaugenschein in Äthiopien
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Das Vorarlberger Klimaneutralitätsbündnis, eine Kooperative engagierter und innovativer Unternehmen, gezogen von illwerke vkw, finanziert u. v. a. das Klimaschutzprojekt GREEN-RE (Graded Response in Energy Efficient & Nature Conservation for Reducing Emission) der Vorarlberger Caritas Auslandshilfe in Zusammenarbeit mit der Caritas Meki in Südäthiopien. Der erste Fünfjahresplan beinhaltet eine ressourcenschonende Paketlösung für Energie-, Licht und Wasserbedarf sowie essbare Hausgärten und Aufforstung zugunsten von ca. 3700 armen Familien auf dem Land. 83 Prozent der rund 95 Millionen Menschen in Äthiopien leben auf dem Land, in kleinen Gemeinden mit einkommensschwachen Haushalten, die von ineffizienten und gefährlichen Kerosinlampen und wertvoller Biomasse (Brennholz, Stroh, Ernterückstände, Tierdung) zum Kochen, die einfach verbrannt wird, abhängig sind. „Gravierende Umweltschäden, Verlust der Wälder, schlechte Luftqualität im Heim, ausgelaugte und unfruchtbare Erde, Versteppung ganzer Landstriche und eine enorme Arbeitsbelastung für Frauen und Kinder sind die Folge bzw. Realität. Zudem werden bei diesem schlechten Licht die Schulkinder beim Lernen und in der Entwicklung einer nachhaltigen Lebensgrundlage behindert“, erläutert GREEN-RE-Projektleiter Harald Grabher von der Caritas Auslandshilfe im Rahmen unseres Besuchs von geförderten Familien in den Dörfern.

Gemeinsam mit den Frauen

Unsere Projekte wie GREEN-RE bedeuten einen Kulturwandel und werden daher gemeinsam mit der Bevölkerung auf den Weg gebracht, die ihr gewonnenes Know-how aus Arbeit in Naturkreisläufen gepaart mit moderner Technik an andere weitergibt – besonders die Frauen werden zu Ausbildnerinnen. Regionale Frauenkooperativen stellen etwa die Injera-Energiesparöfen her, mit denen die Haushalte bestückt werden. Weiters erhalten die Familien Solarlicht und Baumsetzlinge zur Wiederaufforstung sowie Wissensvermittlung für den Einsatz von Kompost als organischen Dünger im essbaren Hausgarten. Auch Messgeräte für die Trinkwasseraufbereitung durch UV-Strahlung werden ausgegeben. „Auf rund 14 Hektar Land wurden und werden auf Haushalts-, Gemeinde- und Institutionsgrundstücken wie Kindergärten und Schulen unsere Setzlinge aus der Baumschule gepflanzt“, informiert Harald Grabher. „Der Nutzen für alle ist vielfältig: Erosions- und Bodenschutz, Beschattung, Früchte für gesunde Ernährung, Futtermittel für die Tierhaltung.“ In der Baumschule werden u. a. Mango- und Moringabäume, Cashews und Zitrusfrüchte gezogen, als Futterpflanzen werden Sesbania sesban, Straucherbse, Rhodos-, Elefantenund Vetivergras, Brachiaria und Desmodium angebaut. „Im ersten 5-Jahres-Schritt des GREEN-RE-Projekts werden durch diese Maßnahmen insgesamt 24.000 Tonnen CO2- Emissionen eingespart sowie Natur geschützt und Böden wieder fruchtbar gemacht“, betont Harald Grabher.

Das große Ganze als Ziel

Gleichzeitig wird auf der St. Joseph’s Farm der Diözese Meki nach den Prinzipien der Permakultur an einem Selbstversorgerhof mit Zusatzeinkommen gearbeitet – ganzheitlich – von Wasser (Tiefbrunnen mit Solarpumpe), über Bodenkultur, Kompost, Aufforstung, den essbaren Garten bis zur Lebensmittelverarbeitung. Hier dürfen alle Mitwirkenden aus Fehlern lernen. Das gewonnene Know-how wird in den verschiedensten Projekten an die Bevölkerung in den Gemeinden weitergegeben wie auch die gesunden Lebensmittel via Ausgabestelle/Hofladen. Die indischen Schwestern der Diözese kümmern sich um die Kindergärtler und Schüler, die spanische Schwester Maria und ihr Team bilden Lehrlinge in den verschiedensten Berufen aus und ziehen zahlreiche Projekte für Frauen und Mädchen, so auch das Milchziegenprojekt: Kulturell halten die Menschen so viele Fleischziegen wie möglich, was als Statussymbol für Wohlstand gilt. Allerdings werden dadurch Weideflächen überbeansprucht, das ohnehin versteppte Land komplett kahlgefressen und die Tiere werden dennoch nicht ausreichend genährt. Ab sofort erhalten Frauen und Mädchen Kurse in Milchziegenzucht, Fütterung, Melken und Milchverarbeitung und werden so zu Experten für gesunde Milchproduktion geschult. Das Projekt wurde gemeinsam mit den Frauen entwickelt und wird deshalb gut angenommen und auch weitervermittelt. Es verbessert die Ernährungssituation der Familien, besonders für die Babys, deren Überlebenschance mit gesunder Ziegenmilch erheblich steigt. Im Frauen-Ausbildungszentrum „Kidist Mariam Center“ wird in einem weiteren Schritt Milch und Ziegenkäse verkauft, was den Frauen ein Zusatzeinkommen sichert. Auch das „Eselprojekt“ stärkt Frauen und Mädchen sehr und reduziert ihre Arbeitslast. „Neben den Eseln und den Karren werden auch Ziegen, Schafe und Obstbäume an die Frauen ausgegeben“, informiert der Bildungsbeauftragte der Caritas Auslandshilfe Michael Zündel. In den 28 Savings and Internal Lending Communities (SILC) werden die Frauen einerseits zum Sparen angeregt, um auf der anderen Seite Mikro-Kredite zu erhalten, die sie in Schulmaterialien ihrer Kinder sowie in den Kauf weiterer Tiere und Pflanzen für ihren kleinen Hof investieren. Sie werden zudem in Aufforstung, Kompostierung, Wassersparmaßnahmen, Permakultur und im Aufbau eigener kleiner Betriebe geschult. Junge Männer lernen Eselkarren herzustellen und finden so Arbeitsplätze.

Best-Practice-Modell entsteht

Das Bushulo Health Center of Hawassa (BHC), gefördert von der Vorarlberger Caritas Auslandshilfe, initiierte vor zehn Jahren das „Safe Motherhood Program“, das sich seither stetig weiterentwickelt hat. Ambulante Dienste konnten 24 Stunden und 7 Tage in der Woche gewährleistet werden. Jetzt wird das BHC komplett erneuert und es entsteht das erste solarbetriebene Sozial- und Gesundheitszentrum für Mutter und Kind in Südäthiopien für ein Einzugsgebiet mit 17 Millionen Menschen. Der Neubau hat begonnen. Mit modernen Wasser-, Abwasser und Energieversorgungssystemen entsteht das 80-Betten-Gesundheitsinstitut als Best- Practice-Modell im Bereich Mutter-Kind- Gesundheit in Äthiopien. Auch allgemeine Behandlungen, ambulante und Notdienste, Gesundheitserziehung und Ernährungsprogramme werden angeboten. Zudem werden Forschungs- und Schulungsmöglichkeiten für äthiopische Ärzte, Hebammen und Krankenschwestern geschaffen.

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