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Therapie und Architektur im Einklang

Die Therapiestation Carina mit dem neu gestalteten Eingangsbereich, dem Kelleranbau und dem neuen Reitplatz mit Stall, dessen Errichtung noch im Gange ist.
Die Therapiestation Carina mit dem neu gestalteten Eingangsbereich, dem Kelleranbau und dem neuen Reitplatz mit Stall, dessen Errichtung noch im Gange ist. ©TS Carina

Umbau als Teil der Therapie: Patienten arbeiteten an Umbau und Erweiterung der Therapiestation Carina am Feldkircher Blasenberg mit.

Feldkirch. Seit Herbst 2007 sind an der Feldkircher Therapiestation Carina, eine Einrichtung der Stiftung Maria Ebene für Menschen mit schweren Persönlichkeitsstörungen und der Hauptdiagnose Sucht, Erweiterungs- und Sanierungsarbeiten im Gange. Die Umbauarbeiten im einstigen Sommerhaus der Jesuiten sind Teil des Therapiekonzeptes, wie Carina-Leiter Johannes Rauch erläutert: “Das handwerkliche Gestalten ist Konfrontation mit Sinn und Sinnhaftigkeit. Es vermittelt den Mut, das eigene Leben zu versuchen und selbst zu gestalten.” So erfolgte ein großer Teil der Umgestaltung durch die Patienten. Gemeinsam mit Therapeuten und in Kooperation mit heimischen Handwerkerbetrieben führten sie Maler-, Verglasungs- oder Schweißerarbeiten aus. Auch die Möbel wurden selbst gefertigt, die Pläne dazu entstammen der Feder von Johannes Rauch. “Suchterkrankte denken sehr kurzfristig. In der handwerklichen Umsetzung des Bauens kann die Notwendigkeit vom Planen und langfristigen Überlegungen erprobt werden. Handwerkliches Gestalten führt immer zu einem Ergebnis”, macht der Psychotherapeut und Künstler deutlich.

Klösterlicher Charakter
Nach rund vier Jahren ist ein Großteil der Umbauarbeiten nun abgeschlossen. Das Umgestaltungsprojekt, in das Land, Gemeinden, Landesgesundheitsfonds sowie private Sponsoren und Geldgeber rund 1,62 Millionen Euro investiert haben, soll im Mai im Rahmen einer Feier eröffnet werden. Ein “Tag der offenen Tür”, bei dem das 145 Jahre alte Gebäude der Öffentlichkeit in neuem Glanze präsentiert werden soll, ist für Herbst geplant. Umgesetzt wurde ein Mast­erplan, der von Architekt Robert Felber und Johannes Rauch konzipiert wurde. Dabei wurde der Haupteingang (mit neuer Zufahrtsstraße) auf die Rückseite des Gebäudes verlegt, um den ursprünglichen klös­terlichen Charakter der ehemaligen “Villa Garina” wieder zum Vorschein zu bringen.

Neuer Kellertrakt
Unterhalb des Westflügels wurde ein Kellertrakt mit einem gläsernem Atrium gebaut, das Licht und Landschaft ins Rauminnere einfließen lässt. Hier sollen Werkstätten Platz für handwerkliche Betätigung bieten. Ebenso auf die neue Vorderseite des Hauses verlegt wurde der Reitplatz und der Stall, der noch im Bau ist. Über eine Aufschüttung wurde ein sanfter Auslauf des Hügels geschaffen, sodass Hauptgebäude und Stall miteinander in Verbindung treten. Die Begrünung der Geländekante erfolgte so, dass die ursprüngliche Landschaftsform aus der Gletscherverschiebung während der Eiszeit ungestört blieb.

Räume für die Gesundung
Ziel war, Architektur und Landschaft therapeutisch nutzbar zu machen. Gemeinsam mit Therapieelementen wie der Gruppen- und Einzelarbeit oder den Arbeitsbereichen Stall, Umbau oder Garten soll das Gebäude selbst, als schutzbietender Ort, zur Gesundung beitragen.

Quelle: VN

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