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Themessl in arger Bedrängnis

Expartner erheben schwere Vorwürfe gegen FP-Nationalrat Themessl.
Expartner erheben schwere Vorwürfe gegen FP-Nationalrat Themessl. ©VOL.AT/Hartinger
Hat FP-Nationalrat Ex-partner hintergangen? 1,85 Mill. Euro Schulden. Themessl klagt.
Themessl weist Vorwürfe zurück
Schwere Vorwürfe gegen Themessl

Ehemalige Partner der Versicherungsagentur von Bernhard Themessl erheben schwere Vorwürfe gegen den FPÖ-Wirtschaftssprecher im Nationalrat. Laut „profil“ habe sich der Hohenemser auf Kosten seiner Expartner bereichert. Um eigene Millionenschulden zu bedienen, habe Themessl den Kundenstock der Agentur Themessl und Partner von der Uniqa-Versicherung zur Wiener Städtischen verschieben wollen. Falsche Versprechungen Themessls und Rückschläge bei dem Deal hätten dazu geführt, dass „wir uns um mehr als eine halbe Million Euro betrogen fühlen und unsere Existenzgrundlage praktisch zerstört ist“, beklagte Expartner Helmut Grabner. Auch Hunderte Kunden seien verloren gegangen. Themessl weist die Vorwürfe zurück – er kündigte Klagen an.

Die Sache mit dem Wechsel

„Ich bin enttäuscht“, sagte Grabner (57) gestern zu den VN, „weil wir Themessl als Freund angesehen haben.“ Laut Grabner, von „profil“ zitiert, habe Themessl 2009 begonnen, seinen Partnern einen Wechsel von der Uniqa zu einer anderen Versicherung „schmackhaft“ zu machen. Von Themessls hohen Schulden – laut Profil-Unterlagen insgesamt 1,85 Millionen Euro – aber habe man damals nichts gewusst. Offenbar versuchte Themessl zunächst, von der Uniqa mehr Geld zu fordern, 300.000 Euro. Bruno Hutter, Landesdirektor der Uniqa Vorarlberg, lehnte ab, wollte auf VN-Anfrage gestern aber nichts mehr sagen.

Ein geplatzter Deal

Die Wiener Städtische kam ins Spiel. Themessl berichtete, die Städtische würde drei Jahre geltende Bestandsprovisionen bezahlen. Ende 2009 kündigte der 60-Jährige schließlich die Zusammenarbeit mit der Uniqa, die ihrerseits aber einen großen Teil der Kunden davon abgehalten konnte, mit Themessl zur Städtischen zu wechseln. Und der angebliche Deal mit der Städtischen enthielt nicht das, was der FPÖ-Mann offenbar versprochen hatte – von den angeblich garantierten Bestandsprovisionen war keine Rede mehr. Burkhard Berchtel, Landesdirektor der Wiener Städtischen: „Dass Provisionen an Partner bezahlt werden sollten, ist nicht vereinbar worden.“ Er wisse nicht, was Themessl mit den Partnern vereinbart habe; die Partner hätten der Wiener Städtischen auch keine Vorwürfe gemacht. Und: „Ziel war, alle Kunden mitzunehmen.“ Was eben nicht gelang.

Grabner im „profil“: „Die ganze Branche lacht, weil wir unsere Kunden einfach verschenkt haben. Wir alle vermuten, dass Themessl von der Städtischen einen großen Geldbetrag bekommen hat, um seine entsetzlichen finanziellen Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen.“ Und: „Themessl soll erklären, warum er von der Uniqa 300.000 Euro gefordert hat.“ Themessl wolle weismachen, dass er ohne Geld zur Städtischen gegangen sei: „Das tut kein Mensch.“ Berchtel (55) konterte: „Wir haben kein Geld dafür bezahlt.“ Von Themessls „finanzieller Schieflage in dieser Dimension“ habe er im Übrigen erst „aus der Zeitung erfahren“.

Themessl kündigt Klagen an

Themessl sagte gestern: „Verleumdungs- und Schadenersatzklagen werden eingebracht.“ Alle Expartner hätten ihre Rahmenverträge mit der Versicherungsgesellschaft selbst abgeschlossen und auch die Provisionen für sämtliche vermittelten Verträge kassiert. „Sie haben für die Mitnutzung des von mir finanzierten Büros keinen Cent zahlen müssen. Der Versuch, sich an mir schadlos zu halten, nur weil ihr Geschäft nicht mehr läuft, ist durchsichtig.“ Alle Gespräche über den Wechsel seien „im Besprechungsraum unseres Büros im Beisein aller selbstständigen Agenten geführt worden“. Darüber hinaus „vermutet“ der Hohenemser, dass „die dem ,profil‘ vorgelegten Unterlagen zum überwiegenden Teil“ illegal beschafft worden seien. Themessl zu den VN: „Die Daten stammen aus einem illegalen EDV-Hacker-Angriff auf unsere EDV-Anlage. Dafür wurde Grabner von der Staatsanwaltschaft Feldkirch zur Bezahlung einer Strafe verurteilt.“ Diesen Vorwurf weist Grabner zurück: „Von wegen Hacking! Das sind E-Mail-Account-Daten, die Themessl allen Mitarbeitern gegeben hat – und ich war der einzige, der das überrissen hat.“ Themessl habe ihn angezeigt, nach 14 Tagen sei das Ganze mit der Bezahlung einer Diversion eingestellt worden. Themessl wiederum spricht von „Rufmord“. Laut Unterlagen hat der FPÖ-Wirtschaftssprecher allerdings Millionenschulden. Wie passt das mit seiner Funktion zusammen? Er habe das Geld für Um- und Neubau seines Büros verwendet: „Und glauben Sie, dass auch nur irgendeine Bank das finanziert, ohne dass Sicherheiten vorhanden wären? Das ist eine Verleumdung, die sich gewaschen hat.“

Grabner wiederum erwartet „von dem Menschen kein Geld, weil er keines mehr hat. Aber Tatsache ist, dass wir alle über den Tisch gezogen wurden, weil wir ihm blind vertraut haben.“ Mehr wolle er nicht mehr sagen. In der Causa ist das letzte Wort aber noch nicht gesprochen. Auch politisch nicht – obwohl FPÖ-Chef Dieter Egger gestern nicht erreichbar war.

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