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Teure Überarbeitung des Bregenz-Logos

Bregenz - Für die Überarbeitung des "Bregenz-Logos" wurden 46.500 Euro ausgegeben. "Viel zu viel", kritisiert die Opposition.

Brisantes hatte die Vorsitzende des Prüfungsausschusses, StV Alexandra König (SP), bei der letzten Stadtvertretungssitzung in ihr Köfferchen gepackt. Aus persönlichen Gründen bat sie jedoch um Absetzung dieses Tagesordnungspunktes, sodass es nicht zu einer Diskussion über die Kosten für die Überarbeitung des Bregenz-Logos kam.

Kritik der Opposition

Diese Ausgaben stoßen bei der Opposition auf Unverständnis. Die Kosten für die neue „Corporte Identity“ – also den optischen Auftritt des „Unternehmens Stadt Bregenz“ nach außen – schlagen sich mit 46.500 Euro zu Buche. Mit der Aufgabe, das Logo der Stadt Bregenz – der gespiegelte Schriftzug „Bregenz“ – auf den neuesten Stand zu bringen, wurde der erfahrene Bludenzer Grafiker Reinhard Gassner beauftragt. Reinhard Gassner war zu diesem Zeitpunkt bereits damit beschäftigt, die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Bregenz zu analysieren und zudem war er Projektmitglied bei „Bregenz 2020“. Bürgermeister Markus Linhart ist auf den gelungenen Relaunch stolz: „Es ist uns gelungen, nicht nur das Logo anwendbar zu machen, sondern zum ersten Mal haben wir auch ein durchgängiges CD bei allen städtischen und stadtnahen Einrichtungen.“

Das Logo der Stadt Bregenz ist nur auf dem zweiten Blick neu; es nutzt die bereits bestehende Optik und profitiert daher von Bekanntheit und Akzeptanz des Vorgängerlogos. Die Gründe für diese Überarbeitung lagen darin, dass die alten, gerasterten Spiegelungen reprotechnisch schlecht umsetzbar und zudem zu wenig flexibel waren.

Gemeinsames Dach

CD – die Abkürzung für das Corporate Identity – umfasst ein gemeinsames Dach, auf der einen Seite das „Amt“ und auf der anderen den „Marktplatz Bregenz“, also all die Dinge, die in enger Beziehung zur Stadt stehen, wie etwa das Festspielhaus, Stadtmarketing, die Wigem, die Stadtwerke, die Feuerwehren der Stadt Bregenz. All diese Einrichtungen und Institutionen treten nun unter dem gemeinsamen, modernisierten Logo auf.

“Keine Nachfolgekosten”

„Insgesamt war Reinhard Gassner über einen längeren Zeitraum mit der Ausarbeitung der neuen Linie der Stadt Bregenz beschäftigt. Mit dem Honorar werden die Analyse der Werbemittel, Beratungsgespräche, ein Ganztags-Workshop, Arbeiten im Atelier, grafische Entwürfe, visuelle Prototypen, Reinzeichnungen, Präsentationen, Farbtafeln, Handouts abgegolten“, wirbt Andreas Marte, Pressesprecher im Bregenzer Rathaus, um Verständnis für die Kosten und freut sich darüber, dass keine Nachfolgekosten entstehen: „Alle Objekte, die noch das alte Logo verwenden (Briefpapier, Aufschriften, Autobeschriftungen etc.) werden so lange benutzt, bis sie entweder aufgebraucht oder in einem Zustand sind, dass sie ohnedies neu gemacht hätten werden müssen. Zusätzlich konnte im Zuge des neuen Logos auch ein Auftrag aus der e5-Mitgliedschaft umgesetzt und auf nachhaltige und ressourcenschonende Produktion (das Amtspapier ist nun bei Papier und Druck klimaneutral und trägt das österreichische Umweltzeichen auf den Spezialdrucksorten) umgestellt werden.”

Nutzen für Bürger?

Die Opposition hält 46.500 Euro für die Überarbeitung des Bregenz-Logos für eine unverantwortliche Geldverschwendung und meint, dass auch das alte Logo auf neuem klimaneutrales Papier gedruckt hätte werden können. Klaus Kübler (SPÖ) hält andere Dinge, als ein neues CD für Bregenz, für wichtiger: „Mein Augenmerk liegt immer darauf, dass die Bregenzer Bürger einen Nutzen davon haben, wenn viel Geld ausgegeben wird. Ich sehe in einem überarbeiteten Logo keinen Vorteil für die Bevölkerung. Mit dem gleichen finanziellen Aufwand hätte man in Bregenz den Eislaufplatz für mindestens zwei weitere Jahre erhalten können. Und davon hätten sowohl die Jugend, wie auch sportliche Erwachsene profitiert. Das aber war der Stadtregierung zu teuer. Stattdessen haben wir ein neues Logo, das dem alten wie ein Ei dem anderen gleicht. Aus Marketingsicht ist diese, auf den ersten Blick gar nicht sichtbare Veränderung, durchaus sinnvoll – für den Steuerzahler aber aus dem gleichen Grund eine Geldverschwendung.“

(VN)

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