Terroranschläge: Hinweise verdichten sich

Nach den jüngsten Festnahmen von Verdächtigen haben sich die Hinweise auf geplante Terroranschläge in den USA und Großbritannien verdichtet.

Ein am Dienstag gefasstes führendes El-Kaida-Mitglied habe einen Anschlag auf den Londoner Flughafen Heathrow vorbereitet, berichtete die „Times“ am Donnerstag. Die britische Marine warnte vor geplanten Anschlägen auf Frachtschiffe. Die italienischen Behörden erhöhten die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen.

Bei dem ranghohen El-Kaida-Mitglied handle es sich um Abu Eisa Al Hindi, sagten Vertreter des pakistanischen Geheimdienstes der Nachrichtenagentur AFP. Er sei einer der 13 Männer, die am Dienstag in Großbritannien festgenommen wurden. Hindi habe als Leiter der „El-Kaida-Operationen“ in Großbritannien Anweisungen direkt vom Terroristenführer Osama bin Laden erhalten, berichtete der „Daily Telegraph“.

Seine Vorbereitungen für einen Anschlag auf Heathrow, den höchstfrequentierten Flughafen der Welt, seien bereits in der Endphase gewesen. Details über Heathrow seien auf dem Computer des in Pakistan festgenommenen El-Kaida-Mitglieds Mohammed Nassem Noor Khan gefunden worden, berichtete die „Times“.

Über einen Anschlag auf Heathrow wird in der britischen Presse schon lange spekuliert. Im vergangenen Jahr hatte Scotland-Yard-Chef Sir John Stevens gesagt, Terroristen hätten dort ein Flugzeug vom Boden aus abschießen wollen. Der Plan sei aber vereitelt worden. Zeitweise war Heathrow von Panzern bewacht worden, was Kritiker als „Panikmache“ bezeichneten, da die Panzer sowieso nicht helfen würden.

El Kaida und andere Terrororganisationen hätten die Bedeutung des weltweiten Seehandels erkannt, sagte der höchste britische Marine-Admiral Sir Alan West der Schifffahrts-Fachzeitschrift „Lloyd’s List“. Es gebe Informationen, die auf die Gefahr von Anschlägen auf Schiffe hindeuteten. Die britische Regierung dementierte, dass es konkrete Anschlagspläne auf Großbritannien gebe. Niemand dürfe die Augen vor der Gefahr verschließen, „aber gegenwärtig sind wir nicht in diesem Stadium“, sagte Labour-Fraktionschef Peter Hain der BBC.

Der US-Nachrichtensender CNN berichtete, Mitglieder von El Kaida in Pakistan hätten in den vergangenen Monaten Kontakt mit mindestens sechs Menschen in den USA aufgenommen. Die „New York Times“ zitierte einen Vertreter des US-Heimatschutzministeriums mit den Worten, „kürzliche Aktivitäten von El Kaida“ ließen wenig Zweifel daran, dass das Terrornetzwerk sich dem Stadium der Ausführung von Anschlägen in den USA nähere. Dabei handle es sich um neue Informationen, die erst am vergangenen Freitag bekannt geworden seien.

Auch das Weiße Haus erklärte, die Ausrufung der zweithöchsten Terroralarmstufe für Finanzzentren basiere nicht nur auf älteren Erkenntnissen, sondern auch auf aktuellen Hinweisen. „Es gibt einen Informationsstrang, von dem wir erst seit Freitag Kenntnis hatten“, sagte US-Präsidentensprecher Scott McClellan. Die US-Regierung verschärfte die Sicherheitsbestimmungen für die Atomkraftwerke im Land.

Grund für die „erhöhte Alarmbereitschaft“ an den internationalen Flughäfen in Italien sind Drohungen einer mutmaßlichen El-Kaida-Untergruppe. Die Gruppe hatte in einer Erklärung vom 31. Juli gedroht, Italiener anzugreifen, falls die Regierung in Rom ihre 3000 Soldaten nicht bis zum 15. August aus Irak abziehe.

Bei einer Razzia in einer Moschee im US-Bundesstaat New York nahm das FBI nach Medienberichten zwei Verdächtige fest, die einen schultergestützten Raketenwerfer kaufen wollten. Die Männer seien in der Nacht zum Donnerstag in einer Moschee in Albany im Nordosten New Yorks gefasst worden, berichteten US-Fernsehsender.

Die Festgenommenen könnten den Berichten zufolge wegen Unterstützung terroristischer Aktivitäten und Geldwäsche angeklagt werden. Außerdem hätten sie einen Mann, den sie für einen Terroristen hielten, bei der Beschaffung einer Rakete unterstützt. Tatsächlich sei der angebliche Terrorist ein verdeckter Ermittler der Behörden gewesen.

Der pakistanische Innenminister Faisal Saleh Hayat gab die Festnahme von rund 20 mutmaßlichen El-Kaida-Mitgliedern in den vergangenen drei Wochen bekannt. Sie würden derzeit vernommen.

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