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Temelin: Neuer Vorfall im AKW

Im abgeschalteten Block 1 des Atomkraftwerks Temelin ist es zu einem Zwischenfall gekommen. Wie Daniel Kapp, der Sprecher von Umweltminister Josef Pröll (V), mitteilte, ist ein Vorspannkabel gerissen.

Vorspannkabeln sind Teil des Sicherheitsnetzes der Reaktors. Es bestehe aber keine akute Gefahr, sagte der Sprecher.

Kapp verwies außerdem darauf, dass es „ein grundsätzliches Problem“ dieses Bautyps sei. Österreichische Experten hätten die Frage der Vorspannkabel bereits angesprochen. Daher zeige der Vorfall auch, wie „notwendig und auch im Interesse der tschechischen Bevölkerung der gemeinsame Sicherheitsdialog ist“.

Bei dem Vorfall handle es sich um einen, „der nicht den Melker Berichtspflichten unterliegt“, sagte Kapp. Österreich erkenne daher an, dass die „tschechische Seite über ihre Verpflichtung hinaus informiert hat“. Der Vorfall könnte im Zusammenhang mit einem Test passiert sein.

Defektes Sicherheitsseil wird ausgetauscht

Das gerissene Vorspannkabel im tschechischen AKW Temelin wird „im Laufe der nächsten Abschaltung“ ausgetauscht. Dies teilte der Temelin-Sprecher, Milan Nebesar, mit. Bei dem Kabel handle es sich um eines von 36 Stahlseilen, die Teil des Containments, also des Eisenbeton-Schutzmantels des Reaktors sind. Der Block könne mit bis zu zwei fehlenden Vorspannkabeln betrieben werden, so Nebesar.

Erst am vergangenen Wochenende war ein Vorfall im ersten Block gemeldet worden. Der Reaktor hätte bereits nach einer zweimonatigen Pause ans Netz angeschlossen werden sollen, allerdings wurde dies verschoben, weil in einem Raum des Turbogenerators zu hohe Feuchtigkeit festgestellt wurde.

Zuvor – Ende Februar – war in demselben Block bei einem Drucktest etwa ein Kubikmeter des leicht radioaktiven Kühlwassers mit Borsäure ausgelaufen, weswegen der Neustart um drei Wochen verschoben werden musste.

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