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„Technisierung braucht Diskurs“

Bregenz „Ich lehre an der schönsten Universität der Welt.“ Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, ist stolz auf ihren Arbeitsplatz. Mit Begeisterung erzählt sie von „ihrer“ tertiären Bildungsanstalt als Ort der Moderne und der Entwicklung.
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Die 54-jährige Akademikerin ist eine überzeugte Verfechterin neuer Lern- und Lehrmethoden. „Man muss die neuen Möglichkeiten nutzen“, sagt sie mit Überzeugung. Dazu gehören digitale Lernmethoden genauso wie das Recht auf individuelles Lernen. „Der eine lernt lieber allein, der andere im Team.“ Die in Österreich existierenden Bildungsmöglichkeiten hält Hanappi-Egger für ein hohes Gut, das entsprechende Wertschätzung verdiene.

Die Geschichten

Die in Tirol aufgewachsene Wissenschaftlerin schlägt aus der Art. Dass eine Frau Informatikern wird, ist schließlich auch heute noch nicht die Norm, und war es in den frühen 80er-Jahren noch viel weniger. Zum Thema „Frau in der Technik“ hat die Schwiegertochter des berühmten ehemaligen Fußballnationalspielers und Namensgebers des Rapid Stadions, Gerhard Hanappi, ihre höchstpersönlichen Geschichten. Wie zum Beispiel die: „Als ich in meiner Studienzeit mit einem Kollegen ausging, sagte der zu mir: ‚Was studierst du Technik? Du bist doch ned schiach‘“.

Edeltraud Hanappi-Egger kannte im Laufe ihrer Karriere nur einen Weg: den nach vorne. Der hievte sie auf der Karriereleiter nicht nur bis zum Posten der Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien, Hanappi-Egger ist auch in ihren Haltungen stets eine, die voran marschiert, die Errungenschaften der neuen Zeit begrüßt und sie zu „vermenschlichen“ versucht. „Wenn wir Technik implementieren, müssen wir immer schauen, was sie für das Sozialgefüge bedeutet. Das herauszufinden, muss im Rahmen eines Diskurses erfolgen“, verlangt die Informatikerin Verantwortung.

Dass sie selbst in den digitalen Errungenschaften hauptsächlich positive Entwicklungen erkennt, liegt in der Natur der Sache. Aber sie warnt auch vor den Grenzen des digitalen Glücks. „Da ist zum Beispiel die Frage der Abhängigkeit von der Technik. Dieses Thema wird viel zu wenig diskutiert.“ Auch könnten die Segnungen der digitalen Kommunikationsmöglichkeiten nie die reale soziale Interaktion ersetzen, ist die Rektorin überzeugt. „Warum wohl wollen Menschen in Führungspositionen sich trotz aller Möglichkeiten von Skype und Videokonferenzen trotzdem persönlich treffen? Weil das einfach etwas anderes ist und das Zwischenschalten von Technologien diesbezüglich einen Qualitätsverlust bedeutet.“

Problem Konzentration

Etwas, das Edeltraud Hanappi-Egger Sorgen bereitet, ist ein besonderes Phänomen: „Ich registriere zunehmende Konzentrations- und Aufmerksamkeitsmängel bei jungen Menschen. Es gibt Personen, die es nicht einmal mehr schaffen, eineinhalb Stunden ohne Unterbrechung einen Film anzuschauen.“ Genau an diesem Punkt müsse man Multitasking hintanstellen und versuchen, sich auf eine und nicht mehrere Sachen zu konzentrieren.

Kein gutes Zeugnis stellt die Verfechterin von modernen Lernmethoden der Bildungspolitik aus. „Ich wäre nicht Wissenschaftlerin, würde ich nicht sagen, dass auch politische Bildungsentscheidungen evidenzbasiert und nicht iedologisch getroffen werden müssen“, kann sie sich einen Seitenhieb auf Bildungsminister Faßmann nicht verkneifen.

ZUR PERSON
EDELTRAUD HANAPPI_EGGER
Hanappi-Egger ist Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien und dort Professorin für Gender and Diversity in Organisations
GEBOREN 18. Jänner 1964
AUSBILDUNG Hauptschule, Gymnasium, Informatikstudium an der TU Wien

UMFRAGE

Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?

  • Grundsätzlich ist sie eine gute Rektorin, da sie gut vortragen kann. Meiner Ansicht nach hat sie jedoch eher Werbung für die Wirtschaftsuniversität gemacht. Gut gefallen hat mir die Vorstellung digitaler Lernziele und Lehrpläne.  Marco Probst, Bank Frick & Co. AG
  • Ich hätte gerne unter ihrer Leitung in Innsbruck studiert. Das Moderne, Strukturierte und Innovative ist ein Gegensatz zu den verkrusteten Strukturen meiner Studienzeit. Genau so sollten junge Leute heutzutage ausgebildet werden.  Mag. Roland Schuster, Intemann GmbH
  • Es war eher eine Bewerbung der Wirtschaftsuniversität und somit nicht für ein Format geeignet, in dem Wirtschaftsmanager zugegen sind. Es war ein nettes Update, das in einem Wirtschaftsforum jedoch nichts verloren hat. Thomas Radauer, SCHENKER & CO AG

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