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Tödliche Unfälle auf Österreichs Skipisten

Obwohl immer mehr Menschen in Österreichs Alpen unterwegs sind, geht die Zahl der Einsätze der Bergrettung seit Jahren zurück. 2007 mussten die freiwilligen Helfer 5.872 Mal ausrücken, um Verletzte, Vermisste oder Tote zu bergen - die geringste Einsatzzahl seit zehn Jahren.

Trotzdem haben sie Sorgen: Die tödlichen Unfälle auf den Skipisten sind stark im Steigen begriffen.

Seit fünf Jahren ist nun die Zahl der Bergrettungs-Einsätze rückläufig, und zwar von 7.495 (2002) auf nunmehr 5.872, wie aus dem soeben fertiggestellten Jahresbericht 2007 hervorgeht. 5.995 Menschen wurden dabei geborgen, was ebenfalls der niedrigste Wert seit 1998 ist. Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Ausländern von knapp 62 Prozent, der laut Bergrettungs-Sprecher Gerald Lehner immer größer wird.

Auch die Anzahl der Verletzten ist im zehnjährigen Vergleich rückläufig: 4.776 Verletzte ist die zweitniedrigste Zahl, nur im Jahr davor waren es noch um sechs weniger. 2002 mussten die Bergretter noch 6.790 Menschen mit Blessuren bergen.

166 Personen konnten von den Helfern nur mehr tot geborgen werden, ein erheblicher Teil davon waren Menschen, die einem Herz-Kreislauf-Stillstand erlegen sind. 17 Personen ließen in Lawinen ihr Leben. Auf Skipisten waren 18 Tote zu beklagen, was die höchste Zahl seit zehn Jahren bedeutet. “Immer mehr Menschen, die ihre Ski oder Snowboards nicht unter Kontrolle haben, fahren viel zu hohes Tempo und gefährden auch ihre Mitmenschen”, sagte Reinhold Dörflinger, Präsident des Österreichischen Bergrettungsdienstes. “Besonders bedenklich ist, dass sich im Einsatzjahr 2008 dieser Trend noch weiter zu verstärken scheint. Die Bilanz der ersten Monate stimmen uns sehr pessimistisch.”

Dörflinger macht noch einen weiterer Trend Sorgen: “Außerdem beobachten wir, dass immer mehr aufwendige und mühselige Suchaktionen zur Rettung von Vermissten unsere Einsatzkräfte binden. Dabei könnten Wanderer, Bergsteiger und Wintersportler mit einfachen Verhaltensregeln so manchen Notfall im Vorfeld verhindern.”

Die 11.221 ehrenamtlichen Bergrettungsleute standen im Vorjahr 53.277 Stunden im Einsatz (2006: 57.933). In ganz Österreich gibt es 293 Ortsstellen, den Helfern stehen auch 204 Suchhunde für Vermisste und Lawinenopfer zur Verfügung.

Die Daten des Jahresberichts beziehen sich laut Lehner auf die reinen Bergrettungs-Einsätze. Nicht beinhaltet sind die Zahlen der Rettungshubschrauber. Diese Daten seien praktisch nicht zu erheben, weil es alleine in Tirol 20 Anbieter im Flugrettungsbereich gebe, sagte Lehner.

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