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Taxi-Mörder: Wer kennt diesen Mann?

Im Zusammenhang mit dem Mord an der 32-jährigen Taxifahrerin am Mittwoch, fahndet die Polizei nach wie vor nach dem Täter, von dem zwischenzeitlich ein Phantombild erstellt wurde.
Flugblatt der Polizei
Bilder vom Tatort I
Bilder vom Tatort II
Vorbericht: Taxifahrerin überfallen und ermordet

Der Mann ist 20 – 25 Jahre alt, etwa 180 cm groß, sehr schlank, hat eine auffallend helle Hautfarbe, dunkelblondes kurzes Haar, sprach gebrochen deutsch, machte einen etwas ungepflegten Eindruck, trug Jeans, ein kurzärmliges, schwarzes Hemd, schwarze, spitz zulaufende Schuhe und ein schwarzes Basecap. Er führte außerdem eine schwarze Tasche mit einer Schnalle und Trageriemen bei sich.

Die letzte konkrete Spur war der Hinweis von vier holländischen Radtouristen, die der mutmaßliche Täter gegen 13.25 Uhr in Friedrichshafen-Fischbach nach dem Weg nach Friedrichshafen-Manzell fragte. Zu diesem Zeitpunkt war der Mann mit einem Herrenfahrrad unterwegs, dessen Herkunft nicht geklärt ist. Möglicherweise ist der Straftäter weiterhin mit diesem Rad unterwegs. Hierbei handelt es sich um ein silberfarbenes oder blaues Aluminium-Herrenrad mit 28-Zoll Rädern, einer gefederten Sattelstütze, Kettenschaltung und einem Gepäckträger sowie Schutzblechen.

Derzeit sind Beamte der Bereitschaftspolizei Biberach und Böblingen zwischen Friedrichshafen, Immenstaad und Hagnau im Einsatz und verteilen dort Flugblätter mit einem Phantombild und einer Beschreibung des von dem Täter benutzten Fahrrades. Für Hinweise, die zur Ermittlung des Täters führen, hat die Staatsanwaltschaft Konstanz eine Belohnung von 10.000 Euro ausgesetzt.

 

Tahergang

Erst fuhr eine 32-jährige Taxifahrerin den Mann um den halben Bodensee, fuhr mit ihm auf die Blumeninsel Mainau und über die Fähre via Meersburg zurück nach Hagnau. Dort, am Campingplatz der Bodensee-Ufergemeinde, endete die Fahrt und das Leben der jungen Frau.

Der Unbekannte attackierte sie mit dem Messer, die schweren Stichverletzungen an Hals und Kopf führten nach kurzer Zeit zum Tod. So stellt sich die kaltblütige Tat dar, die der etwa 30 Jahre alte Mann am Mittwochvormittag verübte. Die Polizei beschreibt ihn aufgrund von Zeugenaussagen als rund 1,80 Meter groß, auffallend schlank, sein Haar ist dunkel und kurz. Auf dem Kopf trug er eine Baseballmütze. Der Täter soll nicht nur am Mittwoch die alleinerziehende Mutter zweier Kinder in Hagnau (Bodenseekreis) getötet haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich um jenen Täter, der am Tag zuvor eine 44-jährige Taxifahrerin in Singen (Kreis Konstanz) mit einem Messer schwer verletzte und vergewaltigte.

Grauenhaftes Martyrium

Die Singener Taxifahrerin, die den brutalen Überfall des Mannes in der Nacht auf Mittwoch schwer verletzt überlebte, hatte ein grauenhaftes Martyrium hinter sich. Die Tat lässt sich nach Zeugenaussagen rekonstruieren. Am Dienstag kurz nach 14 Uhr steigt der Täter am Singener Bahnhof zu der Frau ins Taxi. Die Fahrerin, eine geschiedene Frau, ist erfahren in diesem Job. Daher fällt es der Zentrale auch erst nach einiger Zeit auf, dass von der Fahrerin kein Signal mehr kommt.

Vom Bahnhof rollt das Taxi stadtauswärts in Richtung Autobahnkreuz Hegau. In der Ausfallstraße versetzt der Täter der Frau einen Stich in den Hals, ergeben später Polizeiermittlungen. Das Taxi biegt von der Hauptstraße auf eine Nebenstrecke ab, zuerst zum Hausberg Hohentwiel, dann weiter Richtung Duchtlingen. Eine idyllische Gegend, mit Äckern und Wiesen. Dort kreuzen sich zahlreiche Feldwege, die sich in der Weite der Landschaft verlieren. Hohes Buschwerk bietet reichlich Tarnung.

Neben einem Jägerstand hält das Taxi. Die 44-jährige Fahrerin blutet aus dem Hals, doch der Täter kennt kein Pardon. Er vergewaltigt die schwer verletzte Frau. Dann verschwindet er zu Fuß. Das Taxi lässt er stehen.

Stunden später, kurz vor der Dämmerung, kommt der Jagdpächter an der Unglücksstelle vorbei. Das Taxi versperrt ihm den Weg. „Ich habe mich geärgert und habe nachgesehen. Doch der Wagen war leer“, schildert der Mann gegenüber dieser Zeitung. „Das wird eines dieser Liebespaare sein, die sich hier treffen“, vermutet der Zeuge – und verlässt den Tatort. Nur Schritte entfernt liegt die schwer verletzte Fahrerin. Sie kann sich nicht bemerkbar machen.

Ein weiterer Zeuge wird auf das Taxi aufmerksam, ergeben Recherchen der Südkurier-Redaktion. Der Anwohner eines Hofes oberhalb des Tatorts geht mit seinem Hund Gassi, als ihm das Fahrzeug auffällt. „Ich hab’ mir nichts dabei gedacht. Da stehen immer wieder Liebespaare“, sagt der Mann. Auch er geht ahnungslos wieder heim.

Derweil ist die Kripo Singen alarmiert. Kripochef Gerd Stiefel und der Außenstellenleiter Fritz Keller nehmen den Fall sehr ernst. Die Suche nach der vermissten Fahrerin läuft noch in der Nacht an. Um 3 Uhr schließlich findet eine Streife den Wagen und dann die schwer verletzte, völlig hilflose und nicht mehr ansprechbare Frau. Sie wird vom Notarzt ins Krankenhaus gebracht, sofort operiert und überlebt die schwere Halsverletzung.  

Stunden später: Laut Polizei hat ein Tourist in Friedrichshafen-Fischbach um 13.25 Uhr einen Verdächtigen gesehen, der mit einem Fahrrad unterwegs war. Dieser war 20 bis 25 Jahre alt, hatte ein schwarzes Halbarmhemd an, trug spitze Lederschuhe und eine verwaschene blaue Hose mit Blutspritzern. Er hatte einen osteuropäischen Akzent. Der Tourist sprach den Mann wegen der Blutspritzer auf der Hose an, daraufhin stieß der Verdächtige ihn weg und ist geflohen. Deswegen konzentriert sich die Fahndung der Polizei auf den Bereich Fischbach und Friedrichshafen.

Fahrt zur Mainau

Vor der zweiten Bluttat legten der mutmaßliche Täter und eine Taxifahrerin aus Friedrichshafen offenbar eine rund zweieinhalbstündige Fahrt zurück. Wie der betroffene Taxiunternehmer dieser Zeitung berichtete, sei der Unbekannte gegen 9 Uhr am Bahnhof Friedrichshafen in das Fahrzeug eingestiegen, seine Mitarbeiterin sei am ersten Platz gestanden. „Er wollte aber auch nur bei ihr einsteigen“, sagte der Taxiunternehmer. Die Fahrt habe sie auf die Blumeninsel Mainau geführt, wo der Mann „etwas zu erledigen“ gehabt habe, wie er vorgab. Während die Taxifahrerin dort auf den Fahrgast wartete, habe sie noch bei ihrem Chef angerufen und nachgefragt, wie die Fahrt abzurechnen sei. Den Eindruck, dass hier etwas nicht stimmt, habe sie zu diesem Zeitpunkt nicht vermittelt.

Nach nicht einmal zehn Minuten auf der Mainau sei die Fahrt zurückgegangen, mit der Fähre von Konstanz nach Meersburg und von dort in Richtung Hagnau, wo die Tat gegen 11.45 Uhr passierte.

Mehrere Punkte sprächen dafür, dass beide Verbrechen von ein und demselben Täter begangen wurden, erklärt Wolfgang Hofmann, Sprecher der Polizeidirektion Friedrichshafen, „auch wenn uns der sichere Sachbeweis noch fehlt“. Beide Male habe es sich um eine Taxifahrerin gehandelt, darüber hinaus seien die Stich- und Schnittverletzungen ähnlich, es gebe Übereinstimmungen in den Täterbeschreibungen und in beiden Fällen hatte der Täter eine „laptopähnliche schwarze Tasche“ dabei. „Und es gibt weitere Überschneidungen.“

Gegen 11.50 Uhr am Mittwochmorgen wurde die 32-jährige Taxifahrerin aus Friedrichshafen tot auf dem Parkplatz des Strandbades in Hagnau aufgefunden. Zeugen beobachteten am Taxi einen Mann, auf den obige Beschreibung passt. Offenbar konnte die Frau noch Alarm auslösen, den beachtete aber „minutenlang niemand“, wie ein Passant der Redaktion gegenüber berichtete. Dabei liegt der Campingplatz Hagnau direkt gegenüber dem Parkplatz, rund 80 Meter von einer Gaststätte entfernt. Während der Spurensicherung hinter blickdichten Planen, die bis weit in den Nachmittag dauerte, passierten Radfahrer und Fußgänger den Tatort im Minutentakt.

Der Taxiunternehmer aus Friedrichshafen, für den die Frau arbeitete, äußerte sich tief betroffen von der Nachricht. „Das sind Horrorstunden für jeden Taxiunternehmer“, sagte der 33-Jährige gegenüber dem Südkurier. Zur psychologischen Betreuung seiner Mitarbeiter habe er den Notfallnachsorgedienst zu sich ins Unternehmen gebeten. Am Mittwochnachmittag stand der Betrieb für mehrere Stunden still. „Vielleicht nehmen wir die Fahrten am Abend wieder auf“, sagte er. Seine Gedanken waren vor allem bei den beiden Kindern der alleinerziehenden Mutter, einer 32-jährigen Frau aus Friedrichshafen, die vor zwei Jahren bei ihm als Taxifahrerin angefangen habe. Von dem Überfall habe er telefonisch erfahren, ein Passant am Hagnauer Campingplatz habe zunächst die Polizei, dann ihn informiert.

Zeugenhinweise bitte an die Kripo Friedrichshafen, Telefon 0 75 41/70 10.

Quelle: suedkurier.at

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