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Dramatische Lage im belagerten Madaja: Tausenden Syrern droht Hungertod

©AP
Die Lage in der belagerten syrischen Stadt Madaja hat sich dramatisch zugespitzt. Ohne Hilfe drohen viele der eingeschlossenen Einwohner zu verhungern. Fotos aus Madaja zeigen bis auf die Knochen abgemagerte, leblose Menschen. Um ihren Hunger notdürftig zu stillen, würden manche Bewohner Gras essen, andere Katzen und Hunde schlachten.

In der eingeschlossenen syrischen Stadt Madaja droht Tausenden Menschen der Hungertod. Die letzte Hilfslieferung habe die von Regierungstruppen belagerte Stadt im Westen des Bürgerkriegslandes im Oktober erreicht, sagte eine Sprecherin des Welternährungsprogramms (WFP) der Deutschen Presse-Agentur. Lokale Medien und Aktivisten berichten über schlimme Zustände in der Stadt.

Syrian Town Starving to DeathIt’s been months since food aid arrived in this Syrian town, and people are starting to die from hunger.

Posted by AJ+ on Mittwoch, 6. Januar 2016

Die Webseite des TV-Kanals Al-Dschasira berichtete, alleine im Dezember seien in dem Ort, der etwa 25 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Damaskus liegt, 31 Menschen verhungert. Zunächst nicht zu verifizierende Fotos aus der Stadt zeigten völlig abgemagerte und leblose Körper.

Ein Arzt in Madaja berichtete der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, die Bewohner dort würden Gras essen, um ihren Hunger notdürftig zu stillen. Zudem hätten sie vor einigen Tagen begonnen, Katzen und Hunde zu schlachten. Die Angaben des Arztes konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.

Lastwagen mit Hilfsgütern zur Ernährung der Stadtbewohner ständen bereit, sagte WFP-Sprecherin Bettina Lüscher. Voraussetzung sei, dass die Konfliktparteien den Helfern Zugang gewähren.

40.000 Menschen von Hungertod bedroht

Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wird Madaja seit mehr als 170 Tagen von Regimetruppen und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah belagert. 40 000 Menschen – darunter etwa die Hälfte Zivilisten – lebten zurzeit in der Stadt, die wegen sich dort aufhaltender Rebellen heftig bombardiert werde. Die Menschenrechtsbeobachter sitzen in Großbritannien, beziehen ihre Informationen jedoch aus einem dichten Netz an Informanten in Syrien. Sie gelten als gut informiert und zuverlässig. (dpa/red)

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