Tasdögen: "Kein radikales Gedankengut in Vorarlberger Moscheen"

Schwärzler und Tasdögen sind in stetem Kontakt
Schwärzler und Tasdögen sind in stetem Kontakt ©Privat
Feldkirch, Bregenz. Ein 17-jähriger Feldkircher soll sich der Terrororganisation ISIS in Syrien angeschlossen haben. Der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Bregenz reagiert mit Unverständnis.
Feldkircher soll für Isis kämpfen

“Diese Menschen bekommen in den Vorarlberger Moscheegemeinden keine Chance. Ich bin seit 13 Jahren in meiner Position und mir ist kein Fall bekannt, der mit Radikalisierung zu tun hat. Man hört immer wieder von ‘Muslimen’, die in diverse Vorfälle verwickelt sein sollen. Das sind Einzelgänger, die haben nichts mit den einzelnen islamischen Gemeinschaften zu tun”, meint Abdi Tasdögen, der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Bregenz der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) für das Bundesland Vorarlberg.

Keine radikalen Denkweisen in Vorarlberg

Vorwürfe, dass auch in Vorarlbergs Gebetsräumen radikale Denkweisen – wie sie von einem VOL.AT-Leser (einem Verwandten des 17-jährigen Feldkirchers) gegenüber VOL.AT geäußert wurden – vermittelt werden, lehnt Tasdögen entschieden ab: “Bei uns gibt es so etwas nicht. Es handelt sich um Einzelgänger, das hat auch der zuständige Landesrat Schwärzler bestätigt. Dank der guten Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen gibt es sowieso fast keine Probleme im Ländle.” Das bestätigt auch Susanne Dilp von der Landespolizeidirektion gegenüber VOL.AT: “Wir stehen mit sämtlichen Glaubensgemeinschaften in Vorarlberg in Kontakt. Damit können manche Unstimmigkeiten schon im Vorfeld geklärt werden.”

Radikale Jugendliche behutsam behandeln

Ein vermehrtes Aufkommen von Vorurteilen spürt der Vorsitzende der Islamischen Religionsgemeinde Bregenz im Land auch deshalb nicht: “In Wien dagegen schon. Dort werden Muslime in der U-Bahn angegriffen. Politiker und Medien sind daran nicht unschuldig.” Radikale Jugendliche sollten seiner Meinung nach besonders behutsam behandelt werden: “Zuerst braucht es eine Ursachenforschung, anschließend müssen wir ein Programm für diese Jugendlichen und deren Familien erstellen. Man muss mit diesen Jugendlichen reden und sie fragen, was sie dazu bewegt, in den Krieg zu ziehen. Reden und Seelsorge sind hier das beste Rezept.”

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