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US-Armee hat noch keine Soldaten aus Syrien abgezogen

Vorerst führt das Pentagon nur "logistische Maßnahmen" durch
Vorerst führt das Pentagon nur "logistische Maßnahmen" durch ©APA (AFP)
Die US-Armee hat bisher noch keine Soldaten aus Syrien abgezogen. Zunächst seien nur eine Reihe von "logistischen Maßnahmen" umgesetzt worden, die einen geordneten Rückzug aus dem Bürgerkriegsland unterstützten sollten, erklärte eine Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington am Freitagabend. Einzelheiten zu Truppenbewegungen oder einem Zeitplan nannte er nicht.

Ein Sprecher des US-Militärs hatte zuvor mitgeteilt, der Abzug der US-Truppen aus Syrien habe begonnen. Die USA haben dort rund 2.000 Soldaten stationiert, vor allem Spezialkräfte und Berater sowie Ausbilder. Präsident Donald Trump hatte kurz vor Weihnachten jedoch angekündigt, die Truppen aus dem Bürgerkriegsland abzuziehen.

Die USA unterstützen in Syrien vor allem die Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF), die von der Kurdenmiliz YPG angeführt werden. Die SDF bekämpfen im Osten des Landes die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Die Kurden befürchten, dass dem US-Rückzug ein Angriff der Türkei auf die von ihnen kontrollierten Gebiete im Norden Syriens folgt. Die Türkei sieht in der YPG eine Terrororganisation und bekämpft sie.

Die türkische Armee hat am Samstag ihre Truppen an der Grenze zur nordsyrischen Provinz Idlib weiter verstärkt. Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Demiroren wurden in einem Konvoi Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in die Provinz Hatay gebracht. Schon am Freitag hatte die Armee Verstärkung in das Gebiet gebracht, das an die letzte Rebellenhochburg in Syrien grenzt.

Türkische Sicherheitskreise wollten sich aber nicht dazu äußern, ob dies die Vorbereitung auf einen Einsatz jenseits der Grenze ist. Unterdessen zeigte sich US-Außenminister Mike Pompeo nach einem Gespräch mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu zuversichtlich, dass der Streit mit der Türkei wegen der kurdischen YPG-Miliz in Nordsyrien beigelegt werden kann.

Israelische Kampfflugzeuge haben unterdessen syrischen Angaben zufolge am Freitag Raketenangriffe auf Ziele in der Nähe der Hauptstadt Damaskus geflogen. Die meisten Raketen seien von der syrischen Luftabwehr abgefangen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf Militärkreise. Ein Lagerhaus am Flughafen nahe der Hauptstadt sei getroffen worden.

Der Flugverkehr sei laut Verkehrsministerium nicht beeinträchtigt worden. Zu möglichen Opfern gab es keine Angaben. Nach Angaben eines Journalisten der Nachrichtenagentur AFP waren in Damaskus mehrere schwere Explosionen zu hören.

Die als verlässlich geltende syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London bestätigte die schweren Explosionen. Die Berichte konnten zunächst aber nicht überprüft werden. Auch der Saudi-Arabien wohlgesonnene Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete unter Berufung auf staatliche syrische Medien, die Luftabwehr sei gegen “feindliche Ziele” im Einsatz.

Israel äußert sich in der Regel nicht zu solchen Berichten, sorgt sich jedoch über den zunehmenden Einfluss seines Erzfeindes Iran in dem Bürgerkriegsland. Die Regierung hat wiederholt betont, dass es keine dauerhafte iranische Militärpräsenz in Syrien tolerieren werde.

Der Iran ist neben Russland der engste Verbündete der Regierung von Staatschef Bashar al-Assad und unterstützt ihn in dem seit sieben Jahren andauernden innersyrischen Krieg militärisch. Israel hat in dem Krieg wiederholt iranische Kämpfer oder Waffenlieferungen an die pro-iranische Hisbollah angegriffen.

Syriens Regierung hat den Angriff als feindliche Aggression verurteilt. Es handle sich dabei um einen Versuch, die Krise in Syrien zu vergrößern und den Terrorismus dort zu unterstützen, hieß es aus dem Außenministerium in Damaskus, wie die staatlichen Nachrichtenagentur Sana am Samstag meldete.

(APA/dpa/ag.)

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