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Syrische Stadt Manbij wird aufgerüstet - Aber ohne YPG

Kämpfe gegen von Türkei unterstützte Rebellen in Vorbereitung.
Kämpfe gegen von Türkei unterstützte Rebellen in Vorbereitung. ©AFP
Kurdische Kämpfer bereiten sich angesichts des Vorrückens von der Türkei unterstützter Rebellen offenbar auf Gefechte um die strategisch wichtige Stadt Manbij in Syrien vor. Derzeit werde die erst kürzlich von der Extremistenmiliz IS eroberte Stadt von örtlichen Rebellengruppen aufgerüstet, sagte ein Kurdensprecher am Montag. Die YPG sei daran aber nicht beteiligt.
Syrien: Türkei rückt vor

Die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) bleiben östlich des Euphrats, so der Sprecher. Aus Sicherheitskreisen hatte es zuvor geheißen, YPG-Kämpfer brächten Waffen und Personal in die Stadt.

Manbij liegt am Westufer des Euphrats und ist eine strategisch wichtige Stadt auf der Versorgungsroute zur IS-Hochburg Raqqa. Erst Mitte August hatten syrische Rebellen der Demokratischen Kräfte Syriens (DFS/SDF) mit Unterstützung der USA den IS aus der Stadt vertrieben. Zu den DFS gehört auch die Kurdenmiliz YPG, dementsprechend war sie auch an der Operation beteiligt.

Am Sonntag hatte ein Kommandant der von der Türkei unterstützten Rebellengruppen gesagt, Kämpfer rückten auf die Stadt vor, um sie den Kurden wieder abzunehmen. Die YPG ist der militärische Arm der syrischen Partei PYD, die wiederum ein Ableger der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) ist.

Die türkische Armee und mit ihr verbündete Rebellengruppen starteten vergangenen Mittwoch – nach einem Anschlag des IS in der Stadt Gaziantep – eine Großoffensive in Nordsyrien, um dort gegen den IS zu kämpfen, aber auch, um zu verhindern, dass kurdische Rebellen weitere Gebiete von den Jihadisten erobern. Die Türkei befürchtet, dass ansonsten kurdische Aufständische im eigenen Land erstarken.

Am Sonntag wurden im Zuge der Bodenoffensive Dutzende Zivilisten getötet. Nach Angaben von Aktivisten wurden bei Angriffen auf zwei Dörfer mindestens 40 Zivilisten getötet, ein Kurdenvertreter sprach von 75 Toten. Die türkische Regierung erklärte dagegen, es seien 25 kurdische Kämpfer getötet worden. Die beiden angegriffenen Orte liegen wenige Kilometer südlich des Grenzortes Jarablus, den protürkische Rebellen am Mittwoch mit Hilfe der türkischen Armee von der Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) zurückerobert hatten. Die Türkei hatte am selben Tag ihre Offensive “Schutzschild Euphrat” gegen die IS-Miliz in Syrien gestartet. Mit ihrer Hilfe wollen die protürkischen Rebellen seitdem acht weitere Städte und Dörfer aus der Hand des IS und kurdischer Kämpfer erobert haben.

Die türkische Offensive im syrischen Grenzgebiet verkompliziert zusätzlich die Lage in dem Bürgerkriegsland, in dem die UNO, Russland und die USA bisher vergeblich um eine Lösung rangen. Die USA sehen in der YPG einen Verbündeten im Kampf gegen den IS.

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