Syrien: Auf Golan entführte Blauhelmsoldaten wieder frei

Syrische Beobachtungsstelle: 45-UN-Soldaten seit Donnerstag auf freiem Fuß.
Syrische Beobachtungsstelle: 45-UN-Soldaten seit Donnerstag auf freiem Fuß. ©AP
Die 45 auf den Golanhöhen von syrischen Rebellen verschleppten Blauhelmsoldaten sind nach zwei Wochen wieder frei. Die UN-Soldaten seien freigelassen worden und "in guter Verfassung", erklärte die UNO am Donnerstag in New York.

Die Blauhelmsoldaten aus Fidschi waren am 28. August auf der syrischen Seite der Golanhöhen von Rebellen der radikalislamischen Al-Nusra-Front verschleppt worden.

Freilassung in Video angekündigt

Die Al-Nusra-Front hatte die Freilassung in einem am Mittwochabend veröffentlichten Video angekündigt. Demnach waren der Entscheidung Beratungen mit religiösen Führern vorausgegangen. Die Islamisten hatten nach der Entführung zunächst Bedingungen für die Freilassung der Geiseln gestellt – so sollte die Front von der UN-Terrorliste gestrichen werden. Die Al-Nusra-Front ist der syrische Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida.

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fiji450 ©Die UN-Soldaten aus Fidschi wurden laut den Rebellen freigelassen. (Bild: AP)

Am Mittwoch gab es Verwirrung um den Ausgang der Geiselnahme: Das Informationsministerium der Fidschi-Inseln gab in der Nacht irrtümlich die baldige Freilassung der Blauhelme bekannt. Eine Freilassung stehe nicht unmittelbar bevor, sagte Regierungssprecher Dan Gavidi dann wenige Stunden später. Die Erklärung des Informationsministeriums beruhe auf einer Informationspanne.

Österreich hat Truppen bereits abgezogen

Die Soldaten aus Fidschi sind Teil der UN-Beobachtermission UNDOF. Die UNDOF überwacht seit 1974 den Waffenstillstand und die Pufferzone auf den Golanhöhen. Derzeit sind dort etwa 1.200 Blauhelmsoldaten von den Fidschi-Inseln, den Philippinen, aus Indien, Nepal, Irland und den Niederlanden stationiert. Bis Anfang Juni letzten Jahres waren auch österreichische Truppen am Golan stationiert. Aus Sicherheitsgründen entschied sich die Regierung aber, die zuletzt 378 Bundesheer-Soldaten abzuziehen. Das “AusBatt”, das Austrian Battalion, war als einzige Einheit seit 1974 ununterbrochen auf dem Golan im Einsatz und stellte das größte Truppenkontingent.

Das rund 1.800 Quadratkilometer große Golan-Plateau ist dünn besiedelt und hat vor allem strategische Bedeutung. Die westlichen zwei Drittel des Gebiets wurden von Israel im Sechstagekrieg des Jahres 1967 besetzt, die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion nicht an. Syrien macht die Rückgabe zur Voraussetzung für einen formellen Friedensvertrag mit dem Nachbarland. Israel weigert sich jedoch, die Hügelregion aufzugeben.

(APA)

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