Syphilis und Tripper auf dem Vormarsch

Nur Kondome schützen sicher vor Geschlechtskrankheiten.
Nur Kondome schützen sicher vor Geschlechtskrankheiten. ©EPA
Schwarzach - Über Dating-Apps wie Tinder und Lovoo zur Geschlechtskrankheit. W&W beleuchtet die Ansteckungsgefahr im Ländle.

Forscher in Deutschland sehen die steigenden Ansteckungen mit Geschlechtskrankheiten im Zusammenhang mit Smartphone-Dating-Apps und dem Konsum sogenannter Party-Drogen: „Durch den Konsum dieser Drogen werden sowohl Sexual-, als auch das Schutzverhalten beeinflusst“. Laut der Gesundheits-Abteilung der Landesregierung Vorarlberg besteht in Österreich nur eine beschränkte Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten. Ärzte müssen eine Ansteckung nur melden, wenn der Patient eine Behandlung verweigert − offizielle Zählungen gibt es in Vorarlberg also keine. Die Mediziner schlagen jedoch Alarm: Safer-Sex scheint nicht mehr in Mode zu sein. Statt mit dem Kondom, verhütet man mit anderen Methoden – diese schützen aber nicht vor einer Ansteckung mit Chlamydien und Konsorten.

Keine Angst vor HIV

Im Ländle ist der Drogenrausch nicht ausschlaggebend für die Ansteckung mit Geschlechtskrankheiten. Viel mehr ist es, auch in Vorarlberg, durch gängige Dating-Apps einfacher geworden, Sexualpartner zu finden – mit denen dann ohne Kondom verkehrt wird.

„Es herrscht eine Kondom-Faulheit“

Dr. Manfred Hinteregger, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Bregenz: „Hier im Ländle vermehren sich besonders die Feigwarzen, Krätze und Chlamydien. Die Ansteckungen steigen stetig. In den 80er- und 90er-Jahren war HIV ein triftiger Grund, ein Kondom zu verwenden. Heute sind HIV und AIDS nicht mehr so stark medienpräsent. Die Medikationen sind sehr gut, es sterben immer weniger Menschen an AIDS − darum herrscht eine Kondom-Faulheit. Dating-Apps machen den Kontakt leichter, aber die Verantwortung bleibt beim Menschen.“

„Menschen durch Alkohol beeinflusst“

Christian Rettenberger, „SUPRO“ – Werkstatt für Suchtprophylaxe und „taktischklug“ – Eventbegleitung, Götzis: „Das Schutzverhalten wird sicher bei mehr Menschen durch Alkohol beeinflusst, als durch illegale Drogen. Wenn man trinkt, sinkt die Hemmschwelle. Generell finde ich die ‚Ausrede‘, dass man Aufgrund von Alkohol und Drogen auf einen wirksamen Schutz bei Sexualkontakten verzichtet, viel zu kurz gegriffen. Safer-Sex sollte trotzdem kein Problem sein.“

3 Geschlechtskrankheiten, vor denen Kondome schützen

  1. Tripper (Gonorrhö)… ist eine bakterielle Erkrankung durch Gonokokken. Bei der Infektion kommt es zur schmerzhaften Harnröhrenentzündung.
  2. Chlamydien… Auch diese Biester zählen zur Familie der Bakterien und sind weit verbreitet. Chlamydien vermehren sich innerhalb der menschlichen Körperzellen.
  3. Syphilis… Ein weiteres, fieses Bakterium. Typisch ist ein Beginn mit eitrigen Geschwüren an Schleimhäuten im Genital- oder Mundbereich.

Beschränkte Meldepflicht für Geschlechtskrankheiten

Laut § 4 des Österreichischen Geschlechtskrankheitengesetzes: „Jeder Arzt, der in Ausübung seines Berufes von einer Geschlechtskrankheit Kenntnis erhält, ist zur Meldung des Falles verpflichtet, wenn eine Weiterverbreitung der Krankheit zu befürchten ist oder sich der Kranke der ärztlichen Behandlung, bezie- Story hungsweise Beobachtung entzieht.“

(WANN & WO)

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