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Suezkanal - Blockade soll am Samstag oder Sonntag enden

Verkeilt: Die "MV Ever Given"
Verkeilt: Die "MV Ever Given" ©Cnes2021, Distribution Airbus DS
Der japanische Eigentümer des im Suezkanal seit Tagen feststeckenden Frachters hofft, das Schiff an diesem Wochenende freizubekommen. Wie ein Sprecher des Unternehmens Shoei Kisen am Freitag mitteilte, wolle man versuchen, das Container-Frachtschiff an diesem Samstag flott zu bekommen. Sollte dies nicht klappen, sei geplant, am Sonntag zwei weitere Schlepper einzusetzen. Das Unternehmen entschuldigte sich für den Vorfall.

Seit Dienstag blockiert die 400 Meter lange "Ever Given" den Suezkanal, eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Das unter der Flagge Panamas fahrende Containerschiff war auf Grund gelaufen. Nach Angaben des japanischen Unternehmenssprechers versuchen bisher zehn Schlepper, den Frachter wieder flott zu bekommen - bisher erfolglos.

Der Betreiber des Schiffes, die in Taiwan beheimatete Evergreenline, hatte am Donnerstag mitgeteilt, sich weiter mit dem Reeder und der Suezkanalbehörde abstimmen zu wollen, "um die Situation mit äußerster Dringlichkeit zu bewältigen, die Wiederaufnahme der Reise so schnell wie möglich sicherzustellen und die Auswirkungen des Vorfalls zu mildern". Da das Schiff gechartert sei, müsse jedoch der Eigentümer für Bergungs-, Reparaturkosten sowie andere Ansprüche Dritter aufkommen.

Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg vom Freitag dürfte sich die Bergung über das Wochenende hinaus hinziehen. Die Arbeiten, um das Container-Frachtschiff wieder flott zu bekommen, sollen etwa eine Woche, möglicherweise auch länger dauern, berichtete die Agentur und berief sich auf namentlich nicht genannte Quellen.

Der 1869 eröffnete Suez-Kanal verkürzt die Handelsverbindung zwischen Asien und Europa. Die Strecke von Singapur nach Rotterdam verringert sich durch den Kanal um 6.000 Kilometer gegenüber der Fahrt um das Kap der Guten Hoffnung an der südlichen Spitze Afrikas.

Die Schifffahrt auf dem Kanal ist bis auf weiteres eingestellt. Dadurch hat sich ein langer Stau gebildet. Die Blockade des Suez-Kanals ließ den Ölpreis am Freitag weiter ansteigen. Laut Bundesverband der Deutschen Industrie sind bereits internationale Logistik-Turbulenzen zu spüren. Zentrale Lieferketten drohen demnach aufgrund mangelnder Container, unpünktlicher Schiffe und fehlender Transportkapazität ins Stocken zu geraten. Die Reederei-Riesen Maersk und Hapag-Lloyd teilten mit, sie prüften nun den Umweg ihrer Schiffe um das Kap der Guten Hoffnung.

Ägypten erzielte aus den Durchfahrtsrechten durch den Suez-Kanal im vergangenen Jahr einen Erlös von umgerechnet 4,2 Milliarden Euro. 2020 passierten fast 19.000 Schiffe die Wasserstraße.

(APA/AFP/dpa-AFX)

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