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Südkorea meldete elften Mers-Toten

Zahl der Neuerkrankungen steigt
Zahl der Neuerkrankungen steigt
Beim größten Ausbruch der Atemwegserkrankung Mers außerhalb der arabischen Halbinsel hat Südkorea das elfte Todesopfer und weitere Neuerkrankungen gemeldet.

Eine 72 Jahre alte Frau starb mit einer Lungenentzündung. Außerdem kamen laut Gesundheitsministerium vier neue Mers-Patienten dazu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hält kommende Woche eine Dringlichkeitssitzung zu Mers ab.

Weniger Quarantäne-Fälle

Die Zahl der bestätigten Mers-Kranken stieg damit seit dem ersten Fall in dem Land vor mehr als drei Wochen auf 126. Allerdings ging zum ersten Mal die Zahl der Menschen zurück, die unter Quarantäne gestellt waren. Bei den neuen Fällen handelte es sich den Angaben zufolge erneut um Patienten, die sich in Spitälern mit dem Coronavirus (Mers-CoV) ansteckten. Bisher habe sich der Mers-Ausbruch auf solche Krankenhausinfektionen beschränkt.

2.900 Schulen und Kindergärten geschlossen

Mehr als 3.600 Menschen, die sich angesteckt haben könnten, befanden sich nach wie vor in Isolierstationen unter Beobachtung oder sollten zuhause bleiben. Am Donnerstag hatte die Zahl noch bei mehr als 3.800 gelegen. Bis zum Freitagnachmittag waren nach Angaben des Erziehungsministeriums noch immer rund 2.900 Schulen und Kindergärten vorsorglich geschlossen. Viele Südkoreaner versuchen, sich mit Atemmasken vor einer Ansteckung zu schützen und meiden große Menschenansammlungen.

“Ausbruch unter Kontrolle bringen”

Der kommissarische Premierminister, Choi Kyung Hwan, versuchte auch den in Südkorea lebenden Ausländern die Furcht vor einer weiteren Verbreitung des Virus zu nehmen. “Es gibt keinen Zweifel, dass der Mers-Ausbruch unter Kontrolle gebracht wird”, sagte Choi laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einem Treffen mit ausländischen Diplomaten und Geschäftsleuten. Die Gesundheitsbehörden hofften, dass die Zahl der Neuerkrankungen nach dem Wochenende abnimmt. Dabei wiesen sie unter anderem auf die Quarantänemaßnahmen hin.

84.000 Reisen storniert

Auch China, wo ein aus Südkorea stammender Mers-Patient behandelt wird, und andere Länder in der Region waren wegen des Ausbruchs in Südkorea besorgt. Etwa 84.000 geplante Reisen nach Südkorea aus dem Ausland seien bisher wegen Mers storniert worden, berichtete der südkoreanische Rundfunksender KBS unter Berufung auf die Koreanische Tourismusorganisation (KTO).

Fieber, Lungenentzündung, Nierenversagen

Erster Mers-Patient in Südkorea war im Mai ein 68-Jähriger, der zuvor von einer Nahost-Reise zurückgekehrt war. Mers, das erstmals 2012 in Saudi-Arabien nachgewiesen wurde, zählt wie viele Erkältungsviren und der Sars-Erreger zu den Coronaviren. Typische Symptome des “Middle East Respiratory Syndrome” sind Fieber, Lungenentzündung und Nierenversagen. Übertragen wurde es nach derzeitiger Erkenntnis zunächst von Kamelen.

Dringlichkeitssitzung einberufen

Nachdem in Südkorea der elfte Mensch an Mers gestorben ist, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für kommende Woche eine Dringlichkeitssitzung zu Mers ein berufen. In Genf kündigte WHO-Sprecher Tarik Jasarevic eine Sitzung des Notfallkomitees der Organisation an. Ein Datum für das Treffen kommende Woche nannte er nicht.

Internationaler Gesundheitsnotfall?

Die Zahl der Neuinfektionen sei zurückgegangen, sagte Jasarevic. Aber die WHO müsse die Lage beobachten. Das Komitee werde entscheiden, ob es sich bei dem derzeitigen Mers-Ausbruch um einen “internationalen Gesundheitsnotfall” handle. Im August hatte die WHO den Ebola-Ausbruch in Westafrika entsprechend eingestuft.

Gefahr gering

Das Gesundheitsministerium in Seoul rief die Menschen auf, weiter ihrem Alltag nachzugehen. Die Gefahr einer Ausbreitung des Virus außerhalb eines Krankenhauses sei gering. Die Behörden weisen zudem darauf hin, dass alle der an der Krankheit Verstorbenen schon zuvor gesundheitliche Probleme hatten.

Derzeit gibt es 126 Mers-Infizierte in Südkorea. Insgesamt 3.680 Menschen sind unter Quarantäne, gestern, am Donnerstag, waren es noch 3.805 gewesen. Seit Beginn des Ausbruchs wurden 1.249 Menschen aus der Quarantäne entlassen, am Freitag allein 294. Es handelt sich um den bisher schwersten Ausbruch der Krankheit außerhalb Saudi-Arabiens. Alle Ansteckungen erfolgten bisher in Krankenhäusern. (APA)

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