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Suche nach Überlebenden läuft

Es ist ein Wettlauf mit der Zeit: Nach dem verheerenden Erdbeben im Südosten Irans haben die Helfer am Samstag die Suche nach Überlebenden fortgesetzt.   

Die Zahl der Opfer blieb am Samstag weiter unklar. Das iranische Innenministerium revidierte die am Morgen offiziell verbreitete Schreckensbilanz von 20.000 Toten. So lange die Rettungsarbeiten andauerten, könne es keine verlässliche Statistik geben, hieß es in einer Mitteilung des Krisenstabs. Internationale Hilfsteams beteiligten sich an den Arbeiten.

Die zerstörte Stadt Bam an der Seidenstraße war ein beliebtes Reiseziel und hatte rund 90.000 Einwohner. Auch umliegende Dörfer wurden am Freitag von dem Beben der Stärke 6,3 auf der Richterskala getroffen. Helfer vor Ort befürchten, dass die Zahl der Opfer noch auf über 20.000 steigen könnte. Rund 30.000 Menschen mussten in Krankenhäusern behandelt werden, drei Deutsche wurden nach Angaben des Auswärtigen Amtes leicht verletzt. UN-Generalsekretär Kofi Annan rief die internationale Gemeinschaft zur umfassenden Hilfe für die Erdbebenopfer auf.

Am frühen Samstagmorgen trafen 30 Spezialisten des deutschen Technischen Hilfswerks (THW) in der Provinzhauptstadt Kerman ein und flogen weiter nach Bam. Dort wollte das THW-Team mit Rettungshunden und technischem Ortungsgerät zusammen mit anderen Helfern nach Verschütteten suchen. Das iranische Innenministerium schätzt, dass noch viele Menschen unter den Trümmern liegen. Die Helfer zeigten sich – auch angesichts der winterlichen Kälte – jedoch wenig optimistisch, noch viele Überlebende zu finden. Auch österreichische Hilfsteams waren bereits in Iran bzw. auf dem Weg dorthin.

Deutschland, Frankreich und weitere EU-Länder – darunter Österreich – sowie Russland und China haben bereits Hilfsaktionen in Gang gesetzt. Der iranische Präsident Mohammed Chatami hatte, anders als bei früheren Beben, rasch internationale Hilfsangebote akzeptiert und außerdem die Visa- Bestimmungen erleichtert. Auch die USA haben Iran ungeachtet der gespannten politischen Beziehungen zwischen beiden Ländern ihre Unterstützung angeboten. Ob Teheran sie annehmen wird, war zunächst unklar.

Nach Angaben von Hilfsorganisationen werden dringend Medikamente, Trinkwasser, Lebensmittel und Decken gegen die eisige Kälte in der Nacht benötigt. Die Krisenregion liegt in rund 1000 Metern Höhe..Die deutsche Soforthilfe umfasste nach Angaben des Auswärtigen Amtes zunächst 500.000 Euro. Dort wurde ein Krisenstab für die Erdbebenhilfe eingerichtet.

Das Beben hatte die Telefonverbindungen in Bam, etwa 1000 Kilometer südöstlich von Teheran, zerstört. Auch Strom- und Wasserversorgung fielen aus. Mehr als die Hälfte der Einwohner verlor ihre Behausung. 75 Prozent der Stadt an der historischen Seidenstraße wurden durch das Beben zerstört. Die Häuser der Altstadt boten den Bewohnern kaum Schutz. Sie sind aus traditionellen Lehmziegeln gebaut, so dass viele Menschen von den Trümmern erschlagen wurden..Die Region wurde zudem von mehreren Nachbeben erschüttert.

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