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Suche nach Tätern geht weiter

Spaßvögel haben aus Dornbirn kurzfristig "Dorobiro" gemacht, indem sie die Ortsschilder mit dem neuen Namen überklebten. Über den offensichtlichen Fasnatscherz konnten die Behörden nicht lachen.

Die Bundespolizei rückte aus und entfernte die Klebefolien. Denn nach dem Strafrecht ist die Veränderung an Ortstafeln eine schwereSachbeschädigung. Für ein solches Delikt sind saftige Strafen vorgesehen, im schlimmsten Fall droht Knast.

Kein Wunder also, dass sich niemand zur Tat bekennt. Bürgermeister Wolfgang Rümmele spricht von einem kleinen Scherz. Auf die Frage, ob er informiert gewesen sei, sagte er lediglich: „Es ist möglich, dass man im Rathaus davon gewusst hat.“ Dass sich keiner offiziell dazu bekennt, kann der Stadtchef verstehen: „Es lässt sich ja niemand gerne einsperren.“ Die Suche nach den „Tätern“ geht indes weiter.

Zur Vorgeschichte

Unbekannte Spaßvögel haben am Donnerstag an allen Ortseingängen von Dornbirn die herkömmlichen Ortsschilder durch neue, zweisprachige Ortstafeln ersetzt. Der Schriftzug „Dornbirn – Dorobiro” überraschte die Autofahrer nur einige Stunden. Denn die BH Dornbirn schaltete sich ein und schickte die Bundespolizei auf den Plan. „Wir mussten handeln, denn Ortstafeln sind Verkehrszeichen, die Rechtswirkung haben”, versteht Bezirkshauptmann Hans Mathis keinen Spaß. „Solche Scherze auf Kosten von öffentlichen Urkunden oder Verkehrszeichen gehen natürlich gar nicht”, so Mathis zu den „VN”.

Polizei rückt aus

Und so mussten Chefinspektor Walter Fetz und Inspektor Thomas Oberhauser ausrücken. „Wir haben festgestellt, dass insgesamt sieben Ortstafeln mit weißer Folie verändert wurden – vom Achrain über das Schweizerhaus bis zur Lusten-auer Straße”, schildert Polizist Fetz. Alle Klebefolien wurden im Zuge der Amtshandlung abgezogen, der Originalzustand wieder hergestellt. Jetzt müsse eben „mit mehr oder weniger Nachdruck” ausgeforscht werden, wer die Tafeln manipuliert habe, lassen die Polizisten durchblicken, dass bei Faschingsscherzen nicht immer tierischer Ernst angesagt sein muss.

Zwei Jahre Haft drohen

Doch Ermittlungen müssen eingeleitet werden. Ein erster Eindruck zeige, dass die Arbeit der Narren piekfein erledigt worden sei. „Die Spezialfolie kostet unseren Informationen zufolge in unbedrucktem Zustand 18 Euro pro Laufmeter”, rechnet Chefinspektor Fetz vor. Da habe sich jemand den Scherz etwas kosten lassen.

Obwohl Hugo Nussbaumer von der Faschingsgilde Haselstauden in den eigenen Reihen keinen „Schuldigen” gefunden hat, lobt er den Scherz als „absolut lustige Aktion, die direkt vor dem Hochfasching für mich absolut kein Vergehen ist”.

Vom Gesetz her ist die Veränderung von Ortstafeln – auch für Narren – eine heiße Angelegenheit. „Das Verändern eines Verkehrsschildes wie einer Orts-tafel gilt als Straftat, genauer gesagt als schwere Sachbeschädigung, die vom Gericht mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann”, erklärt Meinrad Müller von der Verkehrspolizei.

Im Gegensatz zum Bratenklau am „gumpigen Donschtig” sei die Ortstafel-Geschichte auch im Hochfasching nicht mit „Brauchtum” zu erklären, so die Einschätzung des erfahrenen Verkehrspolizisten.

Rechtliche Folgen

Wenn es um Ortstafeln geht, verstehen die Behörden offenbar keinen Spaß.

  • Nach dem Strafrecht ist die Manipulation einer Ortstafel eine qualifizierte, schwere Sachbeschädigung, die mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder 360 Tagessätzen vom Bezirksgericht zu bestrafen ist.
  • Laut Straßenverkehrsordnung ist eine Ortstafel ein Verkehrsschild, darf nicht verändert, entfernt oder beschädigt werden. Die BH kann Strafen von mindestens 236 Euro, maximal 2180 Euro verhängen.
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