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Suche nach Postpartner

Feldkirch – Die Verhandlungen mit dem möglichen Postpartner in Feldkirch-Gisingen sind gescheitert. Steht das Postamt vor dem Aus?
Postämter und Postpartner in Vorarlberg
Schließung der Post- Ämter in Tisis und Tosters
Auch in Zukunft Post in Feldkirch
Sechs Postfilialen stehen vor der Schließung

Die Post-Schließungswelle schwappt weiter übers Ländle: Von ursprünglich über 90 Postämtern in Vorarlberg sind aktuell nur noch 27 übrig geblieben. Daneben gibt es 45 Postpartner bzw. Post-Servicestellen (siehe Grafik). Bis Ende 2012 sollen neun weitere Geschäftsstellen geschlossen werden. Die restlichen 18 Ämter will die Post AG nach der Umstrukturierung gemeinsam mit der BAWAG betreiben. „Das ist zumindest unser Plan. Je nachdem wie die Regulierungsbehörde im einzelnen Fall entscheidet, könnten es auch ein paar mehr sein“, so Post-Pressesprecher Michael Homola auf VN-Anfrage. Die Zusammenarbeit mit den Postpartnern laufe sehr gut. „Aktuelle Umfragen bestätigen, dass sie von der Bevölkerung sehr gut angenommen werden“, betonte Homola. Dass es jedoch nicht immer einfach ist, einen Postpartner zu finden, zeigt sich derzeit in Feldkirch. Während die Filialen Tisis und Tosters vom Sozialdienstleister „aqua mühle“ weitergeführt werden, ist die Zukunft des hochfrequentierten aber defizitären Postamts Gisingen weiter ungewiss. Wie VN-Recherchen ergaben, sind die Verhandlungen mit dem örtlichen SPAR-Markt gescheitert. „Der Standort, an dem ich die Postgeschäfte abwickeln wollte, passte der Post nicht. Umgekehrt konnte ich nichts mit dem Vorschlag der Post anfangen“, so Betreiber Günther Schwendinger. Die Suchenach einem „ geeigneten Ersatz“ gehe nun weiter, versichert Homola, „auch wenn wir nach den Buchstaben des Gesetzes keinen bräuchten“. Auch Bürgermeister Wilfried Berchtold und Ortsvorsteher Peter Vaschauner zeigen sich bemüht, Ersatz zu finden: „Wir sind mit möglichen Partnern im Gespräch. Konkrete Ergebnisse gibt es jedoch noch nicht“, so Berchtold. Eine ersatzlose Schließung schließt das Stadtoberhaupt kategorisch aus.

„Nicht rentabel“

Überrascht habe ihn, dass die Post den Einzugsbereich Gisingen mit 8000 Einwohnern als „nicht rentabel“ bezeichnet. Betriebswirtschaftliche Unterlagen seien ihm, Berchtold, nie vorgelegt worden. Harte Kritik erntete der Bürgermeister von Postgewerkschafter Franz Mähr und Bastian Cizek, dem Vorsitzenden der SPÖ Feldkirch. Der Bürgermeister habe zu wenig gegen die Postschließungen unternommen, so der Vorwurf. Berchtold rühme sich mit der Rettung der Post in Tisis und Tosters und „verkauft die Verschlechterung der Infrastruktur als persönlichen Erfolg “, meinte Cizek wörtlich. Berchtold weist die Vorwürfe zurück. „Die Realität ist, dass Post und Bund sich zusehends aus der Verantwortung stehlen und den Gemeinden Aufgaben übertragen, die Kosten verursachen.“ Außerdem, so Berchtold weiter, habe er bei den Post-Neueröffnungen in Tisis und Tosters weder Vertreter der Post-Gewerkschaft noch der SPÖ gesehen. „Wem die Erhaltung der Postdienstleistungen ein Anliegen ist, der sollte dies auch mit persönlicher Anwesenheit bekunden.“

 

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