Suche nach ETA-Tätern läuft in Spanien auf Hochtouren

Nach dem tödlichen Bombenanschlag auf Mallorca sind die Sicherheitskräfte auf der Ferieninsel und in ganz Spanien in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden. Ermittler identifizierten einen Tag nach dem Anschlag im mallorquinischen Ferienort Palmanova ein junges Paar als Verdächtige.
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"ETA verantwortlich"
Sicherheitsvorkehrungen verschärft
Pressestimmen zum 50. Jahrestag der ETA-Gründung
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Keine Stornowelle nach Terroranschlag auf Mallorca
Trauergottesdienst auf Mallorca

Zudem wurden Fahndungsfotos von sechs Personen – zwei Frauen und vier Männern – veröffentlicht, die mit den mutmaßlichen ETA-Attentaten der vergangenen Tage in Verbindung gebracht werden.

Die Alarmbereitschaft galt umso mehr, als der Freitag mit dem 50. Jahrestag der Gründung der baskischen Separatistenorganisation ETA zusammenfiel. Beim Anschlag in Palmanova am Donnerstag waren zwei Angehörige der paramilitärischen Guardia Civil getötet wurden. Zuvor waren am Mittwoch bei einem weiteren Attentat im nordspanischen Burgos über 60 Menschen verletzt worden.

In Madrid patrouillierten bewaffnete Polizisten vor den Parteizentralen der regierenden Sozialisten (PSOE) und der oppositionellen Volkspartei (PP). Regierungschef Jose Luis Zapatero und Oppositionsführer Mariano Rajoy flogen nach Mallorca und legten dort Ehrenmedaillen auf die Särge der beiden toten Polizeibeamten. Zapatero hatte am Donnerstagabend gesagt, die Anschläge fielen in eine Zeit, in der die spanische Polizei gemeinsam mit ihren Kollegen in Frankreich die ETA hart getroffen habe. Man sei dabei, die Organisation zu zerschlagen.

Viele Menschen in Spanien versammelten sich zu Mittag vor den Rathäusern und gedachten in fünfminütigem Schweigen der Toten, während die Kirchenglocken läuteten. Am frühen Nachmittag fand eine Trauerfeier in der Kathedrale von Palma de Mallorca statt, zu der Kronprinz Felipe, Prinzessin Letizia und andere Prominente erwartet wurden. Der Anschlag ereignete sich nur etwa zehn Kilometer von der Sommerresidenz von König Juan Carlos entfernt. Das Staatsoberhaupt wollte am Wochenende dort eintreffen.

Bei österreichischen Reiseveranstaltern war nach dem Anschlag keine Stornowelle bezüglich Mallorca zu beobachten. “Bisher haben wir vereinzelt Anfragen hinsichtlich der Umbuchungsbedingungen erhalten, storniert hat aber niemand. Die Leute sind ruhig”, sagte Birgit Reitbauer vom Österreichischen Verkehrsbüro am Freitag auf Anfrage der APA. “Es gibt keine Anzeichen für eine Stornierungswelle.” Derzeit befinden sich nach einer Schätzung von Josef Peterleithner vom Österreichischen Reisebüroverband rund 5.000 österreichische Touristen auf Mallorca.

Die ETA bekannte sich bisher nicht zu den Anschlägen. Sie hatte aber nach Medieninformationen den Ferienort Palmanova schon seit längerer Zeit Im Visier gehabt. Wie die Madrider Zeitung “El Mundo” am Freitag in ihrer Internetausgabe berichtete, hatten die Separatisten bereits im vorigen Jahr umfangreiche Daten über zwei Polizeikasernen in Palmanova gesammelt. Die Unterlagen waren im Sommer 2008 bei der Zerschlagung eines Terror-Kommandos der ETA in der Gegend von Bilbao sichergestellt worden.

Die Bewegung, mit vollem Namen “Euskadi ta Askatasuna” (Baskenland und Freiheit), kämpft seit Jahrzehnten gewaltsam für eine Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien und Frankreich.

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