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Sturm empfängt Salzburg zum Oster-Gipfel

In Graz misst sich die Beletage des österreichischen Fußballs
In Graz misst sich die Beletage des österreichischen Fußballs ©APA/EXPA/MARCEL PAIL
Der Ostersonntag bringt in der Meistergruppe der Fußball-Bundesliga um 17.00 Uhr ein direktes Duell der beiden Titelanwärter. Herausforderer Sturm Graz könnte Serienmeister Salzburg mit einem Heimsieg zum Abschluss der 24. Runde von der Tabellenspitze stoßen, Salzburg könnte umgekehrt mit einem vollen Erfolg auf fünf Punkte davon ziehen. Im Vierkampf dahinter empfängt der Tabellendritte LASK um 14.30 Uhr Austria Klagenfurt und Rapid tritt in Hartberg an.

Die Situation im Titelkampf ist vergleichbar mit jener vor einem Jahr. Damals griff Sturm in Runde 26 ebenfalls nach der Tabellenführung, musste sich zuhause aber 0:2 beugen. "Wir sind aber nach wie vor in einer riesen Underdog-Rolle und brauchen am Sonntag eine riesen Leistung", erinnerte Sturm-Trainer Christian Ilzer am Freitag. "Salzburg ist eine Machtdomäne, der wir möglichst lange das Wasser reichen wollen."

Das Spiel vor vollem Haus mit 15.600 Zuschauern könnte Signalwirkung haben. Noch nie seit Wiedereinführung der Punktehalbierung 2018/19 hieß der Spitzenreiter nach einem Spiel in der Meistergruppe nicht Salzburg. Außerdem treffen die heimischen Giganten schon am Donnerstag im Cup-Halbfinale erneut aufeinander - mit Heimvorteil für Salzburg.

"Das Spiel gegen Sturm ist nicht einfach so nur das Topspiel. Es treffen die zwei besten Mannschaften in Österreich aufeinander", bemerkte Salzburgs Alexander Schlager. Schlager ist siegesgewiss. Beide Duelle in dieser Saison endeten Remis. "Wir sind gut vorbereitet. Wir werden dort hinfahren, werden unsere Aufgaben gut machen und dann mit einem Sieg wieder nach Salzburg fahren." Und auch Trainer Gerhard Struber meint: "Am Sonntag erwartet uns sicherlich ein hochmotivierter Gegner, der alles versuchen wird, uns die Punkte wegzunehmen." Darauf sei man aber vorbereitet. Dass die Salzburger im entscheidenden Moment da sind, zeigt auch die Statistik. Nur in einem der 10 Meistergruppen-Duelle konnte Sturm punkten (2:1 am 27. April 2022).

Eine beeindruckende Punkteflaute gibt es auch beim LASK. Vor satten 15 Wochen haben die Linzer den letzten Sieg gefeiert. Im Heimspiel gegen Austria Klagenfurt ist die nächste Chance, aus dem Erfolgsvakuum auszubrechen. Trotz ihrer Durststrecke konnten sich die Linzer bisher auf Platz drei halten, der wackelt angesichts der engen Tabellenlage allerdings ordentlich. Es droht der Rückfall auf Rang fünf. Immerhin kommt mit den Kärntnern eine Art Lieblingsgegner, den man in acht Partien bei vier Remis viermal besiegen konnte. Dafür ist der Einsatz von Goalgetter Robert Zulj wegen seiner Knieverletzung fraglich.

In der Länderspielpause feierte man einen 1:0-Testsieg über den deutschen Drittligisten 1860 München. LASK-Trainer Thomas Sageder versuchte an mentalen Schrauben zu drehen, um seinen jungen Offensivspielern "die notwendige Leichtigkeit mitzugeben." Die wird nötig sein, um die (laut Sageder) "sehr unangenehm zu bespielenden" Klagenfurter in die Schranken zu weisen.

Solche Schranken hat die Kärntner Elf von Peter Pacult allerdings in den vergangenen Saisonen immer wieder durchbrochen. "Wir fahren dahin, um Zählbares mitzunehmen", sagte Verteidiger Till Schumacher vor der Reise nach Linz. Schließlich will Violett nach zwei sechsten Plätzen in den Vorsaisonen diesmal mehr. "Es wäre absoluter Schwachsinn, wenn wir uns damit zufriedengeben würden, auf Platz sechs einzulaufen", stellte Kapitän Thorsten Mahrer fest.

Rekordmeister Rapid Wien ist im ersten Match nach der Länderspielpause beim Überraschungsteam des TSV Hartberg zu Gast, wo es um wichtige Punkte im Vierkampf um den dritten Platz geht. Die Hartberger hofen auf die Fortsetzung ihrer Erfolgsserie gegen Grün-Weiß. Denn in den bisherigen beiden Saisonduellen setzten sich die Hartberger jeweils mit 1:0 durch. "Unsere große Aufgabe ist es jetzt, das zu bestätigen. Die Leistung und das Resultat müssen passen", sagte Trainer Markus Schopp und betonte: "Wir können beide Spiele einordnen, im Heimspiel hatten wir riesengroßes Glück. Das haben wir uns aber auch erarbeitet."

Damit meinte Schopp die Leistungen im gesamten Grunddurchgang, den seine Truppe nach 22 Runden vor Rapid beendete. "Da braucht man nicht von Glück sprechen, da waren wir verdient vorne." Auch die Heimstärke der Oststeirer ist derzeit nicht zu verleugnen, seit acht Spielen bzw. seit vergangenen August ist der TSV vor eigener Kulisse ungeschlagen. Es sei schwer, eine Erklärung dafür zu finden, sagte Schopp, der gegen Rapid auf den gesperrten Verteidiger Ibane Bowat verzichten muss. "Wir wollen zuhause wie auswärts extrem mutig auftreten."

Die seit sieben Pflichtspielen ungeschlagenen Rapidler hoffen nach der Nullnummer zum Meistergruppen-Auftakt gegen den LASK und den beiden 1:1-Remis bei Austria Klagenfurt und Austria Lustenau jedenfalls wieder auf einen Sieg. "Es ist alles auf Augenhöhe. Wir fahren nirgendwo hin, um unentschieden zu spielen", betonte Trainer Robert Klauß. "Im April geht es um alles, Crunchtime sagt man bei uns." Derzeit sind die Hütteldorfer Tabellenvierter, einen Punkt hinter dem Dritten LASK und aufgrund des Sterns vor den punktegleichen Hartbergern, die aktuell auf Platz sechs stehen.

Klauß kann in Hartberg wieder auf die zuletzt gesperrten Marco Grüll und Thorsten Schick zurückgreifen. Einzig Guido Burgstaller muss nach den verbalen Entgleisungen nach dem Derby noch ein Spiel aussetzen, der Torjäger kehrt im Cup-Halbfinale beim Zweitligisten DSV Leoben am Mittwoch zurück. Der zuletzt eingesprungene Furkan Dursun fällt wegen einer Sprunggelenksverletzung drei bis fünf Wochen aus. "Das ist sehr schade, er war gut drauf und hat gute Impulse geliefert", sagte Klauß über den U19-Teamspieler.

(APA)

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