Studiobühne Montfort spielt eine amüsante englische Komödie

Die beiden „ehrwürdigen“ Sirs (links Lionel, rechts John) mit Regisseur Gerhard Fetka in der Mitte.
Die beiden „ehrwürdigen“ Sirs (links Lionel, rechts John) mit Regisseur Gerhard Fetka in der Mitte. ©Studiobühne Montfort
Zwei „beste Freunde“ mit alten Sünden ...

Feldkirch. (sch) Im Jahre 1981 debütierte die heute schon legendäre, von Gerhard Fetka gegründete und künstlerisch geleitete Studiobühne Montfort mit Goethes „Urfaust“. Heuer, 33 Jahre später, erfreut das beliebte Schauspieler-Team im idyllischen Hof des Palais Liechtenstein das Publikum mit einem Stück, in dem es amüsanter zugeht als einst beim ernsten Goethe. Die Komödie „Sein bester Freund“ des englischen Autors William Douglas Home (1912-1992) steht bis 12. Juli auf dem Programm. Alle hoffen nun auf beständiges Wetterglück im Juli.
„Sein bester Freund“ ist ein langer Theaterabend, doch er ist gespickt mit ironischen Dialogen und einer turbulenten Handlung, die keinen „Durchhänger“ hat. Sir John, britischer Gesandter im Vatikan, erhält Besuch von seinem besten Freund Sir Lionel, Staatssekretär im Außenamt, und seiner Frau Maud. Margaret, beider Tochter, hat den jungen Amerikaner Bobby lieben gelernt und möchte ihn heiraten. Sir Lionel trifft nicht nur Bobby, sondern auch dessen Mutter Rosy, und ab diesem Moment ist Sir Lionel strikt gegen eine Heirat von Margaret mit Bobby. Es wäre für künftige Theaterbesucher natürlich unfair, die Gründe zu verraten. Soviel allerdings schon – die beiden mit Orden geschmückten Sirs schleppen amouröse Altlasten mit sich herum und müssen diese erst loswerden, damit es eine problemlose Hochzeit geben kann.

Ensemble schenkt viel Vergnügen

Regisseur Gerhard Fetka führte seine Spielerschar wie immer mit manch nettem Gag durch das britisch-vatikanische Handlungslabyrinth. Sieben Damen und Herren (zwei davon Debütantinnen bei der Studiobühne Montfort) bewältigen die zum Teil Riesentexte souverän und bieten profimäßigen sehr guten Boulevard. .
Sir Lionel (Heinz Nemetschke) und Sir John (Marcus Harm), jeweils „bester Freund“, sind ein köstliches Sirs-Duo: Nemetschke als arroganter, vor Selbstmitleid und schlechtem Gewissen getriebener Schreier; Harm als eher sanfter Sir mit stillem Humor und auch kein Unschuldslamm – wie sein „bester Freund“. Alexandra Lässer spielt Lionels resolute Frau Maud mit altem „süßem“ Geheimnis in der Brust, das selbstbewusste Töchterchen Margaret ist, um ihren Bobby kämpfend, mit der quirligen Bettina Nimtz goldrichtig besetzt. Und Wolfgang Rainer mimt als Bobby eher einen liebenswerten Tolpatsch als einen schwer verliebten Draufgänger. Zwei Damen debütierten, und das höchst erfolgreich. Edith G. Kaufmann als Mutter Rosy, mit opulenten Gewändern umhüllt, spielt und parliert wie eine versierte Grande Dame der High Society, aber auch immer wieder eine weniger „highe“ Herkunft kündend. Kaufmann ist eine wichtige Entdeckung Fetkas – da schlummern in ihr weitere amüsante Salonschlangen, halbseidener Boulevard bis hin zu Dürrenmatt, Brecht, Horváth, Charakterrollen. Ebenso überraschte erstmals Barbara Wimmer als Hausmädchen Miri, das stoisch in schwarzem Outfit immer wieder aufreizend über die Bühne stapfte.
Weitere Aufführungen bei gutem Wetter jeweils um 20. 30 Uhr im Hof des Palais Liechtenstein bis 12. Juli 2014. KartenvorverkauF: Telefon: O5522/ 73467; E-Mail:
karten@feldkirch.at

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