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Studenten-Sozialbericht 2006: Detailergebnisse

Wien - Im Folgenden weitere Detailergebnisse aus der dem heute, Mittwoch, veröffentlichten "Bericht zur sozialen Lage der Studierenden 2006".

REGIONALE HERKUNFT: Die westlichen Bundesländer Tirol und Vorarlberg bleiben im Hochschulzugang immer stärker hinter den östlichen Ländern zurück. Im Burgenland nehmen inzwischen 37 Prozent eines Altersjahrganges ein Hochschulstudium auf, in Vorarlberg 23 und in Tirol 25 Prozent. Am höchsten liegt die Quote mit 45 Prozent in Wien. Seit Einführung des FH-Sektors konnte der Hochschulzugang bundesweit um 7 Prozentpunkte eines Altersjahrganges ausgeweitet werden. In Vorarlberg waren es 2 Prozentpunkte, in Tirol, im Burgenland dagegen 13 Prozentpunkte.

BILDUNGSBETEILIGUNG:
Insgesamt studierten 2005/06 rund 190.000 Inländer an einer Hochschule, davon knapp 13 Prozent an einer FH und 2,5 Prozent an einer Kunstuni. Das sind noch etwas weniger Studierende als vor Einführung der Studienbeiträge. Doch damals sollen Schätzungen zufolge nur rund 160.000 Studierende auch studienaktiv gewesen sein, während laut aktueller Sozialerhebung derzeit 91 Prozent der Studierenden studienaktiv sind – fast 20 Prozent mehr als 2002.

STUDIEREN MIT KIND: 7 Prozent der Studenten haben zumindest ein Kind, das ist deutlich weniger als noch 2002 (10,8 Prozent). Die Vereinbarkeit von Hochschulbesuch und Kinderbetreuung stellt insbesondere für Frauen mit Kleinkindern (bis 2 Jahre) eine Problem dar. 57 Prozent von ihnen können auf Grund der derzeitigen Betreuungssituation Studium und Kind nicht bzw. kaum unter einen Hut bringen (Väter 19 Prozent). Auch bei älteren Kindern geben noch fast 40 Prozent der Mütter an, die Kinderbetreuung sei nicht mit dem Studium vereinbar. Kein Wunder, dass 38 Prozent der Mütter angeben, in ihrem bisherigen Studienverlauf durch unzureichende Kinderbetreuung sehr und weitere 22 Prozent etwas behindert gewesen zu sein.

WOHNSITUATION: Mehr als die Hälfte der Studierenden lebt „typisch studentisch“: Ein Viertel wohnt noch im elterlichen Haushalt, 20 Prozent in einer Wohngemeinschaft und 10 Prozent in einem Studierendenwohnheim. 45 Prozent wohnen in einem Einzel- oder Partnerhaushalt. Gegenüber 2002 ist der Anteil der Studierenden mit eigenem Haushalt um rund 5 Prozentpunkte zurückgegangen, während der Anteil der Studenten im elterlichen Haushalt und in Wohngemeinschaften gestiegen ist – billigere Wohnformen nehmen also in Summe zu. Im Durchschnitt fallen für Wohnen monatlich Kosten in Höhe von 257 Euro (inkl. Studenten, die bei Eltern wohnen) an. Ohne jene, die im elterlichen Haushalt wohnen, betragen die durchschnittlichen Wohnkosten 311 Euro.
STUDIENWECHSLER: Der Anteil der Studien- bzw. Hochschulwechsler ist gegenüber 2002 zurückgegangen: 22 Prozent der Studenten haben bisher gewechselt (2002: 27,5 Prozent).

STUDIENBARRIEREN: Befragt, was den Studienfortschritt behindert, geben die Studenten am häufigsten Probleme bei der Vereinbarkeit von Studium und Beruf an, dies behindert 24 Prozent aller Studenten sehr. An wissenschaftlichen Unis werden weiters überfüllte Hörsäle (23 Prozent), zu wenig Plätze in Lehrveranstaltungen (20 Prozent), unzureichende Informationen über das Studium (18 Prozent) und finanzielle Schwierigkeiten (16 Prozent) als Hindernisse im Studienfortschritt genannt. FH-Studenten haben deutlich seltener solche Barrieren.
GESUNDHEIT:
70 Prozent der Studenten berichten von stressbedingten gesundheitlichen Beschwerden (z.b. Magen- und Kopfschmerzen, Schlafstörungen). Fast jeder dritte Student ist häufig davon betroffen. 30 Prozent aller Studierenden hat psychische Beschwerden (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, depressive Verstimmungen) oder Ängste.

ZUFRIEDENHEIT MIT STUDIUM: Die Mehrheit der Studenten ist mit allen abgefragten Aspekten des Studiums (Bibliotheken, Lehrangebot, Lehrende, Infrastruktur) zufrieden. Aber nicht einmal jeder zweite Uni-Student stimmt der Aussage zu, dass die Rahmenbedingungen an der Uni ein Studium in Mindestdauer zulassen würden.

FÖRDERUNG: 58 Prozent der Studenten erhalten Familienbeihilfe (2002 laut Wissenschaftsministerium: 48 Prozent), 18,5 Prozent beziehen eine Studienbeihilfe, 5 Prozent erhalten ein Selbsterhalterstipendium, 3 Prozent ein Leistungsstipendium, 2 Prozent einen Studienzuschuss (ohne Stipendium).

EINTRITTSALTER: Das durchschnittliche Eintrittsalter inländischer Studienanfänger liegt an wissenschaftlichen Universitäten bei Männern bei 21 Jahren, bei Frauen bei 20 Jahren. Seit der Vorgängerstudie 2002 gibt es kaum veränderungen, blickt man länger zurück, beginnen Männer etwas später ihr Studium. An Fachhochschulen (FH) sind männliche Studienanfänger durchschnittlich 24,4 Jahre und Frauen knapp 23 Jahre alt.

STUDENTENALTER: An Universitäten sind inländische Studierende im Schnitt 26 Jahre alt, an FH knapp 25 Jahre. In beiden Fällen sind die Männer durchschnittlich um knapp 1,5 Jahre älter als Frauen.

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