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Strolz-Sanierung um eine Facette reicher

Neues Kapitel in der Strolz-Insolvenz.
Neues Kapitel in der Strolz-Insolvenz. ©Strolz
Das noch anhängige millionenschwere Sanierungsverfahren über den Sport- und Modehändler Strolz GmbH in Lech ist um eine Facette mit Seltenheitswert reicher.
Strolz: Weg frei für Neubeginn
Strolz-Sanierung wieder völlig offen

Von Günther Bitschnau (wpa)

Denn diverse Vorgänge in dem Verfahren selbst beschäftigen jetzt auch die Staatsanwaltschaft Feldkirch.

Dass die Verhandlungen zwischen Schuldnerin bzw. deren Rechtsvertretung und den unzähligen Gläubigern sehr angespannt sowie emotional verliefen und von äußerst unterschiedlichen Ansichten gerade in Bezug auf den Wert der Liegenschaften geprägt waren, ist hinlänglich bekannt. Aber nach übereinstimmenden Aussagen wurden im Zuge der Tagsatzung im März 2021 von der Rechtsvertretung der Schuldnerin, konkret von der Wiener Rechtsanwaltskanzlei Abel Rechtsanwälte, angeblich derart massive Vorwürfe gegen die Vertreterin des KSV1870 Vorarlberg in den Raum gestellt, dass sich die Richterin offenbar gezwungen sah, diese Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft Feldkirch zur Prüfung weiterzuleiten. 

Straftat?

Heinz Rusch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Feldkirch, bestätigte auf wpa-Anfrage, dass ein entsprechender Akt in dieser Causa vorliege. Die Sache resultiere aus einem Vorbringen in der Sanierungsplantagsatzung der Strolz GmbH. Jetzt werde geprüft, ob es überhaupt einen strafrechtlich relevanten Tatbestand gebe. Man befinde sich also erst in der Vorprüfung. Rusch betonte, dass es sich nicht um eine Strafanzeige im herkömmlichen Sinne handle.

Auf Anfrage bei Strolz-Geschäftsführerin Olivia Strolz erhielt die wpa eine Stellungnahme der Strolz GmbH und der von ihr beauftragten Rechtsanwaltskanzlei. "Auf Anfrage steht die Mutmaßung im Raum, dass die Staatsanwaltschaft auf Grund eines Vorbringens von Abel Rechtsanwälte gegen die Leiterin des Feldkircher Standortes von KSV1870 aktiv geworden ist. Fakt ist, dass es weder durch die Strolz GmbH noch durch Abel Rechtsanwälte zu einer Anzeige kam, die in Zusammenhang mit einer Ermittlung durch die Staatsanwaltschaft stehen könnte. Bei dem besagten Vorbringen der Kanzlei Abel handelt es sich um ein ausschließlich zivilrechtliches und zivilprozessuales, das im Zusammenhang mit der Sanierungsplantagsatzung rund um die Strolz GmbH Anfang März steht. Abel Rechtsanwälte arbeiten seit rund 30 Jahren immer wieder professionell mit dem KSV1870 in ganz Österreich zusammen. Daher sind die in der Anfrage erhobenen Mutmaßungen weder für die Strolz GmbH noch für Abel Rechtsanwälte nachvollziehbar."

"Normalerweise gute Zusammenarbeit"

Karl-Heinz Götze, Insolvenzleiter des KSV1870 Österreich, bestätigte im wpa-Gespräch, dass eine Mitarbeiterin des KSV1870 Vorarlberg von Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Feldkirch in Zusammenhang mit dem Sanierungsverfahren der Strolz GmbH betroffen sei. Es gehe um Vorwürfe der Rechtsvertretung der Schuldnerseite, die in der Tagsatzung geäußert wurden. Auf diese Weise ausgelöste Ermittlungen der Staatsanwaltschaft habe es in den vielen Insolvenzverfahren, in denen der KSV1870 dabei war, noch nie gegeben. Aber auch Götze sagte, dass in der jahrzehntelangen Zusammenarbeit mit Abel Rechtsanwälte bislang noch nie eine derartige Entwicklung passiert sei. Auch nach der Strolz-Tagsatzung sei die Zusammenarbeit mit Abel Rechtsanwälte in anderen Verfahren wieder professionell abgelaufen.

Götze sieht einen möglichen Grund für diese Eskalation in dem äußerst komplexen Sanierungsverfahren mit sehr unterschiedlichen Sichtweisen, wo es um viel Geld geht. "Da kann es in der Hitze des Gefechtes schon einmal zur Sache gehen. Es ist aber nun einmal unsere Aufgabe, die Interessen der Gläubiger zu wahren." Wahrscheinlich sei im Rahmen der emotional hochgeschaukelten Tagsatzung in mehreren Fragen eine Misskommunikation zwischen den beteiligten Parteien entstanden.

(Wirtschaftspresseagentur)

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