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Streit um Walfangverbot geht in nächste Runde

Die Fronten zwischen Walschützern und Befürwortern des Walfangs sind seit Jahren verhärtet. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob das Verbot des kommerziellen Walfangs (Moratorium) aufrechterhalten werden soll.

Bisher konnte sich die Partei der Artenschützer bei den Jahrestagungen der Internationalen Walfangkommission (IWC) durchsetzen. Die 57. IWC-Konferenz von 20. bis 24. Juni in der südkoreanischen Küstenstadt Ulsan könnte eine neue Situation schaffen.

Naturschutzverbände fürchten, dass sich das Stimmenverhältnis zu Gunsten der Moratoriumsgegner immer mehr verschiebt und das Verbot auf der Kippe steht. Zwar wird es auch diesmal für die Befürworter des Walfangs schwierig werden, eine Abschaffung des Moratoriums durchzusetzen, weil sie dafür eine Dreiviertelmehrheit benötigen. Beide Seiten stehen sich in einer Art Patt gegenüber.

Doch wird bei einem Übergewicht der von Japan, Norwegen und Island angeführten Walfangbefürworter die Zukunft des Fangstopps immer ungewisser. „Das wäre ein fatales Signal an die Welt“, warnt Voker Homes, Artenschutzexperte bei der Umweltstiftung WWF Deutschland. Initiativen zur Einführung weiterer Schutzgebiete für Wale könnten kaum noch durchgebracht und die Position der am Walschutz interessierten Nationen weiter geschwächt werden. Gruppen wie Greenpeace fordern angesichts der festgefahrenen Verhandlungen eine radikale Reform der IWC, da das Moratorium durch den so genannten wissenschaftlichen Walfang ohnehin bereits umgangen werde.

Immer mehr Länder treten der IWC bei

Immer mehr Länder treten indes der IWC bei. Waren es 2002 bei der Jahrestagung im japanischen Shimonoseki noch 49, so sind es jetzt 62 Länder, die der Konvention angehören.

Japan wird seit Jahren vorgeworfen, durch Wirtschaftshilfe für Entwicklungsländer Stimmenkauf zu betreiben. Die Japaner haben schon wiederholt mit dem Ausstieg aus der Kommission gedroht. Sie argumentieren, dass sich nicht nur die meisten Walbestände wieder erholt hätten, sondern auch, dass die Wale angeblich die Überfischung der Weltmeere verschärfen würden.

Unter dem Deckmantel der Wissenschaft habe die japanische Walfangflotte trotz des Moratoriums in den vergangenen 20 Jahren mehr als 7.000 Zwerg-, Pott-, Sei- und Brydewale gejagt und getötet, beklagt der WWF. „Keines der Argumente, die die Notwendigkeit des Walfangs belegen sollen, hält einer wissenschaftlichen Überprüfung stand“, schreibt die Umweltstiftung.

Die meisten Bestände der Jahrzehnte lang gejagten Großwale sind nach Angaben verschiedener Organisationen nach wie vor gefährdet. Eine Aufhebung des Walfangverbots würde deshalb aus ihrer Sicht verheerende Folgen haben. Gefahren für die Meeressäuger stellen jedoch nicht nur die Harpunen der Walfänger dar, sondern auch der zunehmende Lärm in den Meeren, die routinemäßige Verklappung, verstärkter Schiffsverkehr, Ölunfälle und Überfischung. Zu einem immer größeren Problem wird der so genannte Beifang. Mehr als 300.000 Delfine, Tümmler und Wale verenden Artenschutzverbänden zufolge jedes Jahr in den Fangnetzen.

Um den Beifang unter die Kontrolle der IWC zu bekommen, wird seit einigen Jahren über die Einführung eines „Bewirtschaftungsverfahren“ (Revised Management Scheme; RMS) diskutiert. Dadurch sollen Quoten im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung und Kontrollmechanismen gegen illegale Fänge eingeführt werden. Eine Entscheidung über das RMS wurde bisher jedoch immer wieder verschoben. Walschützer bemängeln vor allem, dass das Verfahren nur unzureichende Überwachungsmechanismen vorsieht.

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